ARBEITSLOSIGKEIT Hessen startet Pilotprojekt mit Job-Centern


Langzeitarbeitslose werden in Hessen künftig besser betreut und schneller vermittelt. Vier geplanten Job-Center sollen Hilfesuchenden sofort Arbeit anbieten.

Hessen startet ein Pilotprojekt, um mit Hilfe von Job-Centern Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfängern wieder in den Arbeitsprozess einzugliedern. In den Job-Centern soll jedem Hilfesuchenden sofort eine Arbeit angeboten werden, erläuterte Hessens Sozialministerin Silke Lautenschläger (CDU) in Wiesbaden. Dazu sollen die Job-Center auch mit Zeitarbeitsfirmen kooperieren.

Zentrale Anlaufstelle

Nach den Worten der Sozialministerin sind landesweit zunächst vier Job-Center geplant. Die neuen Einrichtungen würden in der jeweiligen Kommune Anlaufstelle für sämtliche Langzeitarbeitslosen und Sozialhilfeempfänger. Wie viel Geld das Land für das Modell in die Hand nimmt und wo die Job-Center entstehen sollen, ließ Lautenschläger offen.

Intensive Beratung

Alle Hilfesuchenden würden nach den Vorstellungen der Landesregierung eine Eingliederungsvereinbarung, den so genannten Hessen-Pakt, abschließen, sagte die CDU-Politikerin. Diese Vereinbarung beinhaltet dann zahlreiche Hilfen. So würde sich das Job-Center etwa bei allein stehenden Müttern um eine Kinderbetreuung während der Arbeitszeit kümmern. Zugleich müsste sich der oder die Hilfesuchende aber auch verpflichten, sich intensiv beraten und betreuen zu lassen: »Zeiten reinen Leistungsbezuges wird es nicht mehr geben.«

Reformen aus Hessen

Die CDU-Politikerin warf der Hartz-Kommission vor, täglich neue Illusionen zu produzieren. Dagegen hätte Hessen bereits im Januar ein Gesetz zur Reform des Arbeitsmarktes vorgelegt, das aber an der rot-grünen Mehrheit im Bundestag gescheitert sei. Lautenschläger sagte, im Fall eines Regierungswechsels nach der Bundestagswahl sei zu erwarten, dass das Modell der Job-Center auf ganz Hessen ausgedehnt werde.

»Heiße Luft«

Die hessischen Grünen bezeichneten die Vorschläge der Landesregierung als »heiße Luft«. Die SPD sprach von einem »Wahlkampf-Gag«. Die Einrichtung von Job-Centern sei auf Grund des Job-Aktiv-Gesetzes der Bundesregierung längst möglich, sagte die SPD-Sozialpolitikerin Petra Fuhrmann. Lautenschläger hätte offenbar »nicht die leiseste Ahnung, was in Hessen bereits zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit getan werde«.


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