Arbeitsrecht Vorfahrt bei der Arbeitszeit

Will ein Arbeitgeber neue Vollzeitstellen stellen schaffen, hat er das Personal dafür vielleicht schon im Betrieb sitzen: Denn Teilzeitkräfte, die wieder länger arbeiten wollen, haben bei diesen Jobs Vorrang.

Wollen Teilzeitbeschäftigte länger arbeiten, müssen Arbeitgeber diesem Wunsch nachkommen, bevor sie neue Arbeitskräfte einstellen können. Das entschied das Bundesarbeitsgericht. Etwas anderes gilt nur dann, wenn dringende betriebliche Gründe gegen die Arbeitszeitverlängerung sprechen.

Aus Teilzeit mach Vollzeit

Im entschiedenen Fall klagte ein teilzeitbeschäftigter Arbeitnehmer eines Automobilklubs. Seine wöchentliche Arbeitszeit betrug zuletzt 20 Stunden. Für das Arbeitsverhältnis galt der Tarifvertrag des Kraftfahrzeuggewerbes in Bayern. Als der Arbeitgeber vier neue Stellen ausschrieb, verlangte der Arbeitnehmer eine Verlängerung seiner Arbeitszeit auf 36 beziehungsweise 40 Stunden. Daraufhin teilte der Automobilklub mit, dass sich der Arbeitnehmer bewerben könne, die Stellen aber nicht tarifgebunden seien. Eine Aufstockung unter Beibehaltung des alten Vertrages komme nicht in Betracht.

Während das Arbeitsgericht der Klage des Arbeitnehmers auf Aufstockung der Arbeitszeit zu Tarifbedingungen statt gab, unterlag der Kläger vor dem Landesarbeitsgericht. Das Bundesarbeitsgericht entschied nun, dass der Kläger grundsätzlich Anspruch auf eine Aufstockung seiner Arbeitszeit zu den tariflichen Bedingungen habe. Denn die neu ausgeschriebenen Vollzeitstellen entsprächen dem Anforderungs- und Tätigkeitsprofil des Klägers.

Aktenzeichen: Bundesarbeitsgericht AZ 9 AZR 874/06, Urteil vom 8. Mai 2007

DDP DDP

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