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Arbeitszeit: Überstunden auf Rekordtief

Erstmals seit einem halben Jahrzehnt ist die Zahl der bezahlten Überstunden in Deutschland wegen der Konjunkturflaute und der zunehmenden Verbreitung von Arbeitszeitkonten wieder gesunken.

Die Zahl der in Deutschland geleisteten Überstunden ist im vergangenen Jahr wieder gesunken. Die Bundesanstalt für Arbeit bestätigte am Montag, dass 2002 insgesamt 1,614 Milliarden bezahlte Überstunden registriert wurden, 4,3 Prozent weniger als 2001 mit 1,688 Milliarden. Dies gehe aus dem kürzlich im Internet veröffentlichten Kurzbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, sagte IAB-Bereichsleiter Eugen Spitznagel. Demnach gibt es einen langfristigen Trend zu weniger bezahlten Überstunden.

Spitznagel widersprach aber der Darstellung der Zeitung "Die Welt", wonach das Überstundenvolumen auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken sei. Laut der IAB-Statistik lag das Volumen auch in den Jahren 1997, 1998 und 1999 unter dem Wert von 2001. Das Institut, das der Nürnberger Bundesanstalt angegliedert ist, erwartet für 2003 ein Volumen von 1,613 Milliarden bezahlten Stunden - ein Wirtschaftswachstum von ein Prozent vorausgesetzt.

Grund für den Trend zu weniger Überstunden ist laut Spitznagel neben der Konjunkturkrise der Strukturwandel am Arbeitsmarkt. Während Branchen, in denen traditionell Überstunden bezahlt würden, wie etwa die Baubranche, zurückgingen, verzeichnete etwa der Dienstleistungssektor, wo Mehrarbeit überwiegend mit Freizeitausgleich abgegolten wird, Zuwächse. Außerdem würden immer mehr Arbeitszeitkonten eingerichtet.