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Bau-Tarifrunde: Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent Plus

Nach Ende der langen Branchenkrise hat die Tarifrunde 2007 für die deutsche Bauwirtschaft mit gegensätzlichen Positionen begonnen. Die Gewerkschaft fordert 5,5 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber meinen "dies geht mit Sicherheit nicht".

Zum Auftakt der Gespräche für die rund 700.000 Beschäftigten bekräftigte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) ihre Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld. "Wir haben in der Vergangenheit viel Federn gelassen, da können wir jetzt in Zeiten, wo bessere Preise umsetzbar sind, auch ein Stück von zurückbekommen", sagte IG-BAU-Vorsitzender Klaus Wiesehügel in Berlin. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Thomas Bauer, sagte dagegen, die bessere Lage sei bei den Firmen noch gar nicht angekommen. "5,5 Prozent geht mit Sicherheit nicht."

Talfahrt scheint vorbei

Nach jahrelanger Talfahrt hatte der Bau 2006 erstmals wieder steigende Umsätze verzeichnet und hofft auf eine weitere Erholung. "Es ist noch viel zu früh, um im Moment eine Verteilungsdiskussion zu führen", sagte Bauer, der auch Vizepräsident des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie ist. Gerade die Umschwungphase sei für die Betriebe schwierig, da es nun gelte, erst einmal wieder Liquidität für die Zukunft aufzubauen. Zudem belasteten derzeit niedrige Preise und höhere Materialkosten die Erträge.

IG-BAU-Chef Wiesehügel sagte dagegen, angesichts verbesserter Produktivität sei die Situation geeignet für eine "anständige Lohnerhöhung". Hinzu kämen gestiegene Lebenshaltungskosten. Er rechne allerdings mit schwierigen Verhandlungen. "Die Arbeitgeber haben sich in zwölf Jahren daran gewöhnt, dass wir zurückhaltend sein mussten."

Bestehende Verträge laufen bis April

Die bestehenden Tarifverträge laufen Ende März aus. Der vorige Abschluss war 2005 erst nach eineinhalb Jahren zu Stande gekommen. Damals wurde neben einer Einmalzahlung eine Erhöhung um ein Prozent vereinbart. Die Tarifrunde ist die zweite dieses Jahres nach der Chemie-Industrie.

DPA / DPA
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