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Steinbrücks Wahlkampfteam: Spekulationen um weitere Mitglieder

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat sich offenbar weitere Köpfe in sein Kompetenzteam geholt. Derweil sorgt einer der bereits ernannten Schattenminister für Kritik.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will mit der Präsentation seines kompletten Wahlkampfteams noch warten. Weitere Mitglieder würden zu gegebener Zeit bekanntgegeben, sagte sein Sprecher Michael Donnermeyer am Samstag auf Anfrage. Nach einem Bericht des Magazins "Focus" soll Thüringens Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) die Themen Energie, Infrastruktur und Aufbau Ost übernehmen. Hamburgs Justizsenatorin Jana Schiedek (SPD) soll für Justiz zuständig sein. Steinbrücks Sprecher bezeichnete dies als Spekulationen. Fest stehen drei Team-Mitglieder, die an diesem Montag vorgestellt werden sollen.

Der Chef der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Klaus Wiesehügel soll für Arbeit und Soziales verantwortlich zeichnen. Für Inneres soll der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion, Thomas Oppermann, sprechen. Die Design-Professorin Gesche Joost soll die Themen Netzpolitik und Internet vertreten. Die gebürtige Kielerin ist seit 2010 Professorin für Designforschung an der Universität der Künste Berlin.

Der Sprecher des Thüringer Wirtschaftsministeriums, Stephan Krauß, sagte am Samstag auf Anfrage zu dem Bericht: "Machnig kann dies nicht bestätigen." Der Minister werde sich "an Spekulationen, wer, wann und wie als Mitglied in das Wahlkampfteam berufen wird, nicht beteiligen. Das ist allein die Entscheidung des Kanzlerkandidaten." Senatorin Schiedek wollte sich nicht äußern, wie ihr Sprecher sagte.

"Er muss sich entscheiden"

Den Bereich Bildung im Steinbrück-Team könnte laut "Focus" die Präsidentin des Berliner Wissenschaftszentrums für Sozialforschung, Jutta Allmendinger, übernehmen. Der Sprecher des Zentrums, Paul Stoop, sagte auf Anfrage am Samstag, Allmendinger wolle zu den Gerüchten keine Stellung nehmen.

Die Linkspartei kritisierte die Berufung Wiesehügels in das Team und legten ihm nahe, den Gewerkschaftsvorsitz ruhen zu lassen. "Er muss sich entscheiden, Sozialdemokrat oder Gewerkschafter, für Rentenkürzungen oder dagegen", sagte Linke-Chef Bernd Riexinger der "Passauer Neuen Presse" am Samstag.

Die CDU reagierte mit Spott. "Wenn man den entschiedenen Agenda-2010-Befürworter Oppermann und den entschiedenen Agenda-2010-Gegner Wiesehügel in ein Team beruft, dann braucht man wohl eine Rhetorik-Expertin, um die Unglaubwürdigkeit dieses Zick-Zack-Kurses zu bemänteln", sagte CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe der "Welt" am Samstag.

steh/DPA / DPA