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Drogenkonsum: Bundeswehr versteht keinen Spaß

Ein Soldat, der beim Drogenkonsum erwischt wird, darf fristlos entlassen werden. Andernfalls könnte der Eindruck entstehen, der Konsum von Rauschgift sei harmlos.

Dies geht aus einem veröffentlichten Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz hervor. Das Gericht erklärte, ein Soldat, der Rauschgift nehme, untergrabe die Einsatzbereitschaft der Armee.

Im vorliegenden Fall hatte die Bundeswehr einen Unteroffizier wegen mehrfachen Konsums von Amphetaminen vier Monate vor dem Ende seiner Dienstzeit entlassen. Der 23-Jährige hatte sich nach Angaben des Gerichts als Zeitsoldat für vier Jahre verpflichtet und diente zuletzt in der Kantine als Koch. Als Begründung für den Konsum gab der Soldat an, er habe die Drogen als "Muntermacher" gebraucht. Er habe wegen Personalmangels an vier aufeinander folgenden Tagen jeweils 17 Stunden täglich arbeiten müssen und sei nicht mehr ausreichend zum Schlafen gekommen.

Die Koblenzer Richter urteilten, die militärische Ordnung werde ernstlich gefährdet, wenn der Betroffene in der Bundeswehr bleibe. Der Kernbereich des Militärischen sei berührt, wenn ein Unteroffizier in der Kaserne Drogen nehme. So werde die Einsatzfähigkeit der Armee insgesamt gefährdet. Die Gesellschaft müsse darauf vertrauen können, dass ein Soldat sich auch in Belastungssituationen nicht zum Griff zur Droge hinreißen lasse.

Aktenzeichen: 2 K 2239/04.KO

AP / AP
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