Erntehilfe Arbeitslose sollen aufs Feld


Der Plan der Regierung ist nicht neu: Statt ausländischer Erntehelfer sollen deutsche Arbeitslose zur Feldarbeit. Auch die Bedenken der Bauern sind nicht neu: Sie wollen nicht irgendwelches, sondern "motiviertes Fachpersonal" auf ihren Äckern.

Die Bundesregierung will mehr Arbeitslose als Erntehelfer einsetzen. Damit folgte das Kabinett einem Vorschlag von Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD). Die Arbeitslosen sollen bis zu 32.000 ausländische Saisonarbeitskräfte ersetzen, die etwa bei der Weinlese, im Gastgewerbe oder beim Spargelstechen arbeiten. Im zu Ende gehenden Jahr waren insgesamt 325.000 Helfer aus Mittel- und Osteuropa in Deutschland im Einsatz. Die Grünen und der Bauernverband kritisierten den Beschluss.

Kleinbetriebe dürfen vier Ausländer beschäftigen

Die Neuregelung sieht vor, dass künftig bis zu 260.000 ausländische Saisonarbeitskräfte (80 Prozent von 325.000) ohne individuelle Prüfung in Deutschland arbeiten dürfen. Über die 80 Prozent hinausgehende Zulassungen sind nur möglich, wenn für die Tätigkeit kein inländischer Erwerbsloser gefunden werden kann. In Kleinbetrieben dürfen ohne Prüfung weiterhin bis zu vier ausländische Helfer befristet arbeiten. Die Bundesagentur für Arbeit sagte verstärkte Vermittlungsanstrengungen zu.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) zeigte sich unzufrieden. Er kritisierte die "restriktive" neue Regelung. Auch werden positive Effekte für den Arbeitsmarkt durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze nach DBV-Einschätzung ausbleiben. Man habe die Regelung aber letztlich akzeptiert, weil sonst "eine noch schlechtere Regelung" gedroht hätte. Positiv sei, dass zumindest 80 Prozent der mittel- und osteuropäischen Saisonarbeitskräfte aus dem Jahre 2005 den Landwirten garantiert seien.

Opposition: "Purer Aktionismus"

Die Grünen kritisierten den "puren Aktionismus" der Regierung. Es sei der fünfte oder sechste Versuch in der selben Sache und alles andere als hilfreich, sagte die Arbeitsmarktexpertin der Grünen, Brigitte Pothmer, der "Leipziger Volkszeitung". In der Landwirtschaft benötige man "motiviertes Fachpersonal". Es bestehe die Gefahr, dass "nicht die Richtigen vermittelt werden".

DPA DPA

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