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Existenzgründung: Große Lücken im Beratungsangebot

Die meisten Beratungsangebote für Existenzgründer weisen nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest "große Lücken" auf.

Die meisten Beratungsangebote für Existenzgründer weisen nach Erkenntnissen der Stiftung Warentest „große Lücken“ auf. In einem Sonderheft "Finanztext extra", das am Montag in Berlin vorgestellt wurde, bewertet die Stiftung Angebote von Existenzgründungsunternehmen im Raum Berlin-Brandenburg, darunter die Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern, Frauenberatungseinrichtungen und Unternehmensberatungen.

"Die meisten Seminare ließen fachlich und organisatorisch viele Wünsche offen", sagte Werner Brinkmann, Vorstand der Stiftung Warentest. So hätten sich die meisten Berater quer über alle Anbieter hinweg nicht mit den Geschäftsmodellen der Test-Gründer auseinander gesetzt, die Finanzierung zu optimistisch eingeschätzt und nicht auf kritische Punkte in den Konzepten hingewiesen. "Am besten geht man deshalb gleich zu mehreren Beratungen", riet Brinkmann.

Mut zur Selbstständigkeit

Neben den Testergebnissen und einem Anforderungskatalog für Existenzgründungsseminare bietet das Sonderheft, das ab Mittwoch im Handel ist, laut Warentest Tipps zur Ideenfindung, Eignungstests sowie Informationen über Ansprechpartner, Ich-AGs und staatliche Förderkredite, Hilfen zum Aufstellen eines Businessplans und Berichte über erfolgreiche Geschäftsideen. "Wir möchten mit dem Sonderheft Mut zur Selbstständigkeit machen und Hilfen bieten, damit Interessenten erfolgreich an den Start gehen können", sagte Brinkmann.

Stiftung Warentest nimmt auf Initiative des Bundesbildungsministeriums seit Mitte 2002 bis Ende 2005 Angebote zur beruflichen Weiterbildung unter die Lupe. Dafür stellen das Ministerium und der Europäische Sozialfonds rund sechs Millionen Euro zur Verfügung. "Unser Ziel ist, den Markt mit ca. 35.000 Anbietern von Weiterbildungen transparenter für den Verbraucher zu machen und die Qualitätsbemühungen der Anbieter zu steigern", erklärte der Staatssekretär im Bundesministerium für Bidung und Forschung Wolf-Michael Catenhusen. Bereits jetzt seien in Reaktion auf die ersten zehn Untersuchungen von Stiftung Warentest deutliche Qualitätssteigerungseffekte festzustellen, sagte Catenhusen.