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FÖRDERUNG: Power für Gründerinnen

Das Klima für Existenzgründerinnen soll verbessert werden, denn auf vier männliche Gründer kommt nur eine Frau. Mit dem Aktionsprogramm »Power für Gründerinnen« soll bei Frauen früh das Interesse geweckt werden.

Mit einem Aktionsprogramm will das Bundesbildungsministerium das Klima für Unternehmensgründerinnen verbessern. »In kaum einem anderen Industriestaat werden so wenig Unternehmen von Frauen gegründet wie in Deutschland«, sagte Staatssekretär Wolf-Michael Catenhusen (SPD) in Frankfurt bei der Eröffnung eines Internationalen Kongresses zum Thema Existenzgründerinnen.

»Auf vier männliche Existenzgründer kommt nur eine Frau.« Das Aktionsprogramm »Power für Gründerinnen« solle schon in der Schule - etwa mit Unternehmensplanspielen - das Interesse an Existenzgründungen wecken und Frauen motivieren, bei Firmen-Ausgründungen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen mitzumachen. Außerdem kündigte Catenhusen ein Informations- und Serviceleistungszentrum für angehende Unternehmerinnen an. Die Perspektive, ein Unternehmen zu gründen, müsse Frauen auf vielen Wegen schon früh diskutabel gemacht werden.

»Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen wollen, kommen bei weitem nicht so leicht zum Ziel wie Männer«, sagte die Geschäftsführerin der IHK Frankfurt, Barbara Ulreich. Ein Viertel bis ein Drittel der Existenzgründer in der Europäischen Union seien Frauen. In Deutschland sei die Zahl seit 1991 auf fast ein Drittel gestiegen, allerdings hätten die Niederlande und Frankreich immer noch die Nase vorn. In den USA gebe es sogar gleich viele Männer und Frauen unter den Existenzgründern.

Haupthemmnisse für die Frauen seien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie weniger Startkapital und Vorbehalte der Kreditinstitute. Außerdem seien sie in den technisch- naturwissenschaftlichen Berufen unterrepräsentiert, aus denen häufig Firmen gegründet würden.

Die Globalisierung der Märkte erfordere eine grenzüberschreitende Vernetzung von Unternehmerinnen, betonte das Vorstandsmitglied des Deutschen Gründerinnen Forums Christiane Stapp-Osterod. Nur so könnten Qualitätsstandards entwickelt, neue Märkte erschlossen und die nachhaltige Wirtschaftlichkeit der Unternehmen gesichert werden.

Bei der Tagung tauschen rund 150 Fachleute aus aller Welt Erfahrungen aus. Das Bundesbildungsministerium, die IHK Frankfurt und das Gründerinnen Forum unterstützen die Veranstaltung des Zentrums für Weiterbildung in Frankfurt.