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Einkommens-Check: Selbsttest: Welches Gehalt kann ich bei der Bewerbung fordern?

Die angemessene Höhe des eigenen Gehalts richtig einzuschätzen, ist schwierig: Ist die Summe zu niedrig, verkauft man sich unter Wert. Verlangt man zu viel, gilt man als geldgierig und bekommt den Job nicht. Aber wie viel Gehalt ist denn nun richtig?

Gehalt: Verdienen Sie, was Sie verdienen?

Bekommen Sie das Gehalt, was Sie verdienen?

Getty Images

"Bitte schicken Sie Ihre aussagekräftige Bewerbung und Ihre Gehaltsvorstellung an ...": Mit dieser Floskel enden die meisten Stellenausschreibungen. Dass man als Bewerber keine lahme Bewerbung verfasst, sollte klar sein. Doch der zweite Teil des Satzes ist schon schwieriger. Gehaltsvorstellungen zu beziffern ist gar nicht so einfach. Wie hoch muss das Gehalt sein, damit es fair ist? Setzt man den Betrag zu niedrig an, verkauft man sich unter Wert. Fordert man zu viel Geld, ist man schnell raus bei der Neubesetzung. Aber wie viel ist genau richtig?

Die Arbeitgeber-Bewertungsplattform Kununu hat einen Selbsttest zusammengestellt, der dabei helfen soll, die Gehaltshöhe besser abzuschätzen. Anhand von Fragebereichen können Bewerber besser einschätzen, wie hoch das Gehalt liegen sollte:

1. Die Qualifikation

Gute Ausbildung lohnt sich immer: Wer einen akademischen Abschluss hat, verdient durchschnittlich 35 Prozent mehr als Menschen ohne Hochschulabschluss. Allerdings ist auch die Fachrichtung wichtig: Laut Kununu.com verdienen Mediziner als Berufseinsteiger ein jährliches Bruttogehalt von durchschnittlich 55.000 Euro, während Geisteswissenschaftler lediglich 34.000 Euro im Durchschnitt erhalten.

2. Die Branche

Maschinenbauer haben es gut - in ihrer Branche lliegt das Gehaltsniveau im Vergleich zum Durchschnittslohn aller Branchen bei 125 Prozent. Call-Center-Mitarbeiter erhalten hingegen nur 64 Prozent dieses Durchschnittsgehalts. Es kommt also auch immer auf die Branche an, was man verdienen kann. Hier sollten sich Bewerber vorab informieren.

3. Die Erfahrung

Als Berufsanfänger oder Quereinsteiger hat man schlechtere Karten als Mitarbeiter, die schon einige Erfahrungen mitbringen. Diese kann man durch eine langjährige Arbeit innerhalb eines Tätigkeitsfeldes erlangen. Aber auch ein berufsbegleitendes Studium erhöht die Qualifikation. 

Großer Gehaltsvergleich: Welche Studiengänge sich auszahlen - und welche eher nicht
Erziehungswissenschaften, Sozialpädagogik

Platz 17: Erziehungswissenschaften, Sozialpädagogik (ohne Lehramt)

Durchschnittliches Jahresgehalt: 45.116 Euro

4. Die Soft Skills

Es gibt Parameter im Job, die lassen sich schwieriger messen - wie die Soft Skills, also Qualifikationen wie Empathie, soziale Kompetenz, Führungsstärke oder Begeisterungsfähigkeit. Tatsächlich sind diese Fähigkeiten aber für Arbeitgeber wichtig. Daher sollten sich Bewerber fragen, ob sie solch weiche Faktoren mitbringen - und in wie weit diese auch in der Bewerbung Platz finden.

5. Die Unternehmensgröße

Wer bei einer kleinen Firma oder einem Start-up anfängt, sollte sich bewusst sein, dass nicht die extra-hohen Gehälter gezahlt werden. Dazu wäre das Unternehmen gar nicht in der Lage. Größere Firmen oder gar Konzerne haben ein anderes Lohngefüge. Allerdings bieten kleine Firmen auch die Chance, schneller aufzusteigen. Hier müssen Bewerber abwägen, welche Perspektive ihnen wichtiger ist.

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Personalverantwortung

Wer Personalverantwortung trägt, verdient auch mehr. Dabei steigt das Gehalt mit der Zahl der Mitarbeiter im Team. Allerdings spielen auch die spezifischen Anforderungen an die Stelle eine Rolle.

6. Der Standort

Arbeitgeber passen das Gehalt auch an den Standort an. Liegt dieser im ländlichen Raum, erhalten die Mitarbeiter meist weniger als Kollegen in den Ballungsgebieten. In Deutschland gibt es ein Nord-Süd-Gefälle und einen großen Unterschied zwischen Ost und West. Die Lohnunterschiede liegen auch an den unterschiedlich hohen Lebenshaltungskosten. Wer weniger Geld für Miete und Alltägliches ausgeben muss, kann vielleicht mit einem geringeren Gehalt glücklich sein - oder sollte diesen Punkt zumindest bei der Bewerbung im Hinterkopf behalten.

Bewerber sollten also vorab eine ehrliche Einschätzung zu ihrer Ausbildung, ihrem Können und ihren Fähigkeiten abgeben. Die Faktoren, die sich auf den Arbeitgeber beziehen (Standort, Branche, Unternehmensgröße) verfeinern das eigene Selbstbild.   

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kg
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