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Gehaltsunterschied: Frauen verkaufen sich schlecht

Frauen verdienen trotz gleicher Qualifikation im gleichen Job bis zu 30 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Sie verkaufen sich im Gehaltsgespräch einfach schlechter als Männer.

Für die Untersuchung der Vergütungsberatung Personalmarkt im Auftrag des Magazins stern seien mehr als 250.000 Gehälter in 22 Berufen analysiert worden.

Ein 45-jähriger Controller bekommt beispielsweise durchschnittlich 61.744 Euro brutto im Jahr, eine gleich alte Controllerin aber nur 42.480 Euro, ein Unterschied von 31 Prozent. Eine 40-jährige Ingenieurin verdient mit knapp 40.000 Euro im Schnitt ein Viertel weniger als ihr Kollege. Eklatant sind die Unterschiede bei Unternehmensberatern: Eine 35-Jährige erhält durchschnittlich 48.55 Euro, der gleichaltrige Kollege mit 68.850 Euro 30 Prozent mehr.

Ab Mitte dreißig öffnet sich die Gehaltsschere
In der Öffentlichkeitsarbeit, in der viele junge Frauen arbeiten, wird ebenfalls oft ungleich bezahlt. Eine 30-jährige PR-Beraterin mit Personalverantwortung bekommt durchschnittlich 20 Prozent weniger als ihr gleich alter Kollege. Auf seiner Steuerkarte stehen am Jahresende 58.620 Euro, auf ihrer lediglich 46.440.
Auch bei Führungsjobs sieht es nicht besser aus: Eine Frau, die mehr als 30 Mitarbeiter leitet, bekommt durchschnittlich ein Drittel weniger als ein Mann mit gleicher Qualifikation im gleichen Job. Eine 45-Jährige erhält 77.464 Euro, ihr gleichaltriger Kollege 113.706.

Personalern ist der Unterschied durchaus bewusst

Bei der anonymen Umfrage von Personalmarkt für den stern geben Personalleiter offen zu, dass ihnen der Unterschied bekannt ist: 36 Prozent erklärten, Frauen verdienten oft weniger als Männer. 17 Prozent sagen sogar: Frauen verdienen grundsätzlich weniger. Im europäischen Vergleich der Abstände zwischen den Gehältern von Männern und Frauen landet Deutschland mit 24 Prozent auf den hintersten Rängen.

Die Untersuchung zeigt auch, dass die Unterschiede beim Eintritt ins Berufsleben noch nicht so groß sind. Aber in fast allen untersuchten Berufen öffnet sich ab Mitte dreißig die Gehaltsschere wenn viele Frauen sich zwischen Kind und Karriere hin- und hergerissen fühlen. Allerdings tragen sie oft auch mit ihrem Verhalten dazu bei, dass sie nicht bekommen, was sie verdienen. Frauen, so sagten 40 Prozent der Personalleiter, verkaufen sich im Gehaltsgespräch einfach schlechter als Männer.