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Studie In Zeiten von Homeoffice: So muss sich das Büro wandeln, um attraktiv zu bleiben

Büro modern
Viel Raum zum Zusammenkommen: Das moderne Büro als Gegenentwurf zum Homeoffice
© alvarez / Getty Images
Das Homeoffice ermöglicht flexibles Arbeiten, wer geht da noch ins Büro? Eine Studie zeigt, wie das Arbeiten und der Arbeitsplatz sich durch die Corona-Pandemie dauerhaft verändern.

Corona hat die alte Arbeitswelt ins Wanken gebracht. Der tägliche Gang ins Büro ist für viele Arbeitnehmer seit dem Frühjahr Geschichte. Manch einer hat sich komplett im Homeoffice eingenistet. Andere gehen zwar wieder regelmäßig ins Büro, doch oft nur einzelne Tage der Woche. Und einige entdecken sogar ganz neue Formen des Arbeitens für sich - etwa mobil aus dem Ferienhäuschen. Klar ist schon jetzt: Auch wenn die Gefahr der Pandemie einmal gebannt ist, werden viele Unternehmen nicht zum alten Status Quo zurückkehren. Denn die durch das Virus erzwungenen Veränderungen des Arbeitens bringen auch Vorteile mit sich, die viele nicht mehr missen wollen.

Die Studie "Neues Arbeiten in Deutschland" von stern und Schöner Wohnen beleuchtet, wie sich Arbeitsweisen, Homeoffice und Bürokonzepte verändern. Für die Studie wurden nicht nur mehr als 400 Arbeitnehmer zu ihren Erfahrungen, Bedürfnissen und Präferenzen befragt. Darüber hinaus wurden weitere gut 400 Entscheider aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) befragt, wie sie auf die organisatorischen Herausforderungen reagieren.

"Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass für Büro- und Wissenstätigkeiten in Deutschland aktuell eine massive Veränderung der Arbeitsweise hin zu mehr räumlicher Flexibilität stattfindet", schreibt Florian Kunze, Professor für Organisational Studies an der Uni Konstanz, in einem Begleittext zur Studie. "Mobiles Arbeiten und Homeoffice dürften zur neuen Realität für viele Beschäftigte werden."

Homeoffice schön und gut, aber bitte nicht ausschließlich

Und das gilt nicht nur für große Konzerne, in denen teils schon länger eine Kultur des mobilen Arbeitens gepflegt wird. Laut der Studie setzen auch 68 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen heute auf Homeoffice – gut die Hälfte davon erst seit Corona. Als größte Vorteile am Homeoffice schätzen die befragten Arbeitnehmer aber nicht den Infektionsschutz, sondern Dinge, die auch nach der Pandemie noch gelten werden: Am häufigsten genannt sind der Wegfall des Arbeitswegs (40 Prozent), mehr zeitliche Flexibilität (35 Prozent) und die leichtere Vereinbarkeit von Familie, Freizeit und Beruf (33 Prozent).

Allerdings: Das Homeoffice allein ist für viele auch nicht die seligmachende Lösung. Als größtes Manko am Remote-Arbeiten sehen die Arbeitnehmer mangelnde soziale Kontakte und fehlende schnelle Absprachen mit den Kollegen. So nennt jeder zweite Beschäftigte die direkte Interaktion mit den Kollegen als Anreiz, auch künftig ins Büro zu gehen. Knapp vier von zehn Befragten wollen ins Büro, um ein stärkeres Teamgefühl zu erleben. Ebenso viele schätzen zudem die bessere Abgrenzung von Privat- und Berufsleben.

Auch die bessere technische Ausstattung im Büro ist für jeden dritten Arbeitnehmer ein Argument, das für das Arbeiten in den Räumen des Unternehmens spricht. Denn eigenes Geld in die Hand zu nehmen, um den Heimarbeitsplatz aufzurüsten, widerstrebt vielen. Jeder Vierte möchte "gar nichts" in sein Homeoffice-Equipment investieren und weitere 50 Prozent maximal 500 Euro.

Das Büro muss sich wandeln

Die Führungskräfte kämpfen derweil mit der Herausforderung, die alten Büroräume an die neuen Gegebenheiten anzupassen, um sie attraktiv für ihre Mitarbeiter zu halten. Sehr viele der befragten Entscheider befassen sich aktuell intensiv mit der Büromöbel- und Flächenplanung. Überraschend: Während 36 Prozent der Entscheider angeben, künftig weniger Büroflächen zu brauchen, wollen 43 Prozent sogar mehr.

Ganz so tot scheint das Büro also nicht zu sein, doch es muss sich wandeln. Abseits von akuten Hygiene-Schutzmaßnahmen zeigt sich hier vor allem ein Trend: Die Büros sollen ein Ort sein, der die Mitarbeiter zusammenbringt, um kreativ und kollaborativ zu arbeiten, während konzentrierte Einzelarbeit auch im Homeoffice erledigt werden kann.

So wünschen sich die befragten Entscheider bei der Bürogestaltung vor allem "mehr Möglichkeiten, sich zu besprechen" (39 Prozent) und "mehr Raumoptionen für teambezogene Dinge" (38 Prozent). Erst danach folgt der Wunsch nach mehr Rückzugsorten wie "Work Boxes" (32 Prozent). Fast jeder Dritte Entscheider wünscht sich zudem im Unternehmen "mehr Raumoptionen abseits der Arbeit", zum Beispiel Lounges und Cafés.

Der persönliche feste Schreibtisch im Büro ist dagegen auch in kleinen und mittleren Unternehmen auf dem Rückzug. 38 Prozent der Befragten sagen, in ihrem Unternehmen gebe es bereits Desksharing, weitere 29 Prozent geben an, dies sei geplant. Nur bei einem Drittel der Befragten ist Desksharing kein Thema.

Die komplette Studie zum kostenlosen Download finden Sie hier

Mehr zum Thema Homeoffice und Bürokonzepte finden Sie auch bei den Kollegen von Schöner Wohnen


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