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Karrieretipps: Das Internet als Bewerbungsinstrument

Ihre Bewerbungsunterlagen zeigen dem Arbeitgeber schwarz auf weiß, wie Sie später arbeiten: ob sorgfältig oder nachlässig, strukturiert oder chaotisch, verschnörkelt oder straff.

Die Vorteile des Internets bei der Jobsuche liegen auf der Hand: Das Netz bietet die Möglichkeit, bequem von zu Hause aus 24 Stunden täglich, 365 Tage im Jahr, nationale und internationale Stellen- und auch Praktikumsangebote in dem von Ihnen angestrebten Bereich abzurufen. Das Internet erlaubt Ihnen, via E-Mail direkt mit Ihrem potenziellen Arbeitgeber in Kontakt zu treten. Oft besteht sogar die Möglichkeit, sich mit Hilfe aufrufbarer Formulare gleich bei der entsprechenden Firma oder Institution zu bewerben.

1. Die Suche nach Informationen über Arbeitgeber

Bevor Sie mit der Bewerbung loslegen, ist es wichtig, so viele Informationen wie möglich über die Branche und den jeweiligen Arbeitgeber zu bekommen. Weil Sie sich als optimaler "Problemlöser" für das Unternehmen profilieren wollen, müssen Sie Einzelheiten über den Arbeitgeber und wo ihn "der Schuh drückt" in Erfahrung bringen. Wenn zum Beispiel ein Betrieb dabei ist, neue Modelle der Gruppenarbeit in der Fertigung einzuführen, dann sollten Sie vor dem Zusammenstellen Ihrer Bewerbungsmappe einen Blick auf die Fachliteratur zum Thema Arbeitswissenschaft werfen. Er-fahren Sie zum Beispiel aus dem Netz, dass Ihr potenzieller Arbeitgeber große Projekte mit skandinavischen Firmen abwickelt, stellen Sie Ihr fließendes Norwegisch in den Vordergrund. Um etwas über eine Firma herauszufinden, reicht es meist aus, den Firmennamen plus Länderkennung ("de" für Deutschland, "it" für Italien, "at" für Österreich usw.) einzugeben. Wenn Sie so nicht weiterkommen, können Sie mit Hilfe von allgemeinen oder auf den Beruf bezogenen Suchmaschinen (z.B. Yahoo, Lycos, job-ro-bot.de) recherchieren.

2. Die Suche nach Stellenangeboten auf Zeitungs-Websides

Hier finden Sie die Stellenangebote, die auch in den Zeitungen stehen. Von den meisten Websites können Sie dann direkt auf die Seiten der inserierenden Firmen klicken.

3. Die Suche nach Stellenangeboten auf den Seiten der Firmen

Viele Firmen unterhalten eigene Stellenmärkte. Diese Seiten sind nicht nur deshalb interessant, weil Sie hier möglicherweise angebotene Arbeitsplätze finden. Sie können zudem aus der Art der Selbstdarstellung wichtige Informationen über das Unternehmen sammeln. Häufig sind die Webseiten der Firmen mit einer Funktion verknüpft, über die sich ein Bewerbungsformular aufrufen lässt. Das füllen Sie wie einen standardisierten Bewerbungsvordruck aus und schicken es via E-Mail zurück. Falls Sie nach zwei Wochen immer noch keine Reaktion erhalten haben, haken Sie unbedingt noch einmal telefonisch nach.

4. Die Suche auf virtuellen Arbeitsmärkten

Sie haben die Qual der Wahl: Fast 300 Jobbörsen von kommerziellen Anbietern gibt es mittlerweile im deutschsprachigen Raum. Für Sie als Bewerber ist diese Form der Jobsuche in der Regel kostenlos.

Eine umfangreiche Auflistung von Jobbörsen und Online-Stellenmärkten finden Sie hier.

5. Die elektronische Kontaktaufnahme

Wenn Sie über das Internet Kontakt mit Ihrem potenziellen Arbeitgeber aufnehmen und sich dort bewerben wollen, gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen bieten einige Firmen das oben bereits erwähnte Formular an, das nur ausgefüllt und zurückgemailt werden muss. Zum anderen gibt es keine Vorgabe, und man kann den Platz, den eine E-Mail plus Anhang bietet, nach Belieben ausnutzen.

Eine eigene E-Mail-Bewerbung ist zu empfehlen, wenn ... · der Arbeitgeber es ausdrücklich wünscht · Sie sich für einen Job im Bereich Multimedia/EDV bewerben · Sie einen Internet-Personalvermittler kontakten · Sie das Angebot im Internet entdeckt haben · Sie sich als freier Mitarbeiter bewerben · es sich um eine Firma handelt, die auf ein sehr fortschrittliches Image Wert legt Im Zweifelsfall sollten Sie kurz telefonisch anfragen, ob eine E-Mail-Bewerbung erwünscht ist.

Die Online-Bewerbung hat im Vergleich zum herkömmlichen Weg auf Papier nicht zu vernachlässigende Vorteile. Sie ist schneller, kostengünstiger und zeigt auch, dass Sie mit der modernen Technik umgehen können. Grundsätzlich gilt für die E-Mail-Bewerbung dasselbe, was zum überwiegenden Teil auch für herkömmliche Bewerbungen von Bedeutung ist:

- Machen Sie deutlich, auf welches Angebot Sie sich bewerben. Möglicherweise hat das Unternehmen nicht nur eine Anzeige geschaltet.

- Entwerfen Sie eine individuell auf den Arbeitgeber zugeschnittene Bewerbung, damit nicht der Eindruck entsteht, es handle sich hier um eine Massendrucksache. Gehen Sie also in Ihrem Text genau auf das ein, was im Angebot gefordert wird - zum Beispiel in Bezug auf Kenntnisse und Erfahrungen.

- Verdeutlichen Sie dem Arbeitgeber, worin der Vorteil für ihn besteht, wenn er Sie einstellt. Wo liegt Ihre Problemlösungskompetenz, wo können Sie mit Ihren speziellen Fähigkeiten eine Lücke schließen?

- Wenn im Stellenangebot der Name des zuständigen Bearbeiters genannt wird, ist es wichtig, ihn unbedingt auch persönlich anzusprechen. Lässt sich kein Name finden, sollten Sie sich die Mühe machen, diesen telefonisch zu erfragen. Dies ist auch gleich eine Möglichkeit, vorab Kontakt aufzunehmen und dabei einen ersten guten Eindruck zu hinterlassen.

- Beschäftigen Sie sich vor dem Verfassen Ihres Schreibens eingehend mit dem Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben wollen. Nutzen Sie beispielsweise die Web-Site, um sich zu informieren oder die in einigen Stellenbörsen angebotenen Firmenporträts.

- Belegen Sie, dass Sie gerade in diesem Unternehmen arbeiten möchten. Überzeugen Sie den Empfänger von Ihrer Motivation.

- Denken Sie daran, dass manche E-Mail-Programme Umlaute und das "ß" nicht lesen können. Versuchen Sie deshalb, diese so wenig wie möglich zu benutzen. Das gilt besonders für die Betreffzeile. Hier sollten Sie grundsätzlich Umlaute vermeiden.

- Fassen Sie sich kurz. 6-8 Sätze reichen für das Anschreiben aus.

- Weitere Unterlagen können Sie als Word-Datei der Mail anhängen. Aber: Wenn Sie nicht ausdrücklich dazu aufgefordert wurden, verzichten Sie beim Erstkontakt am besten auf eine angehängte Datei. Unternehmen befürchten oft, dass sie sich auf diesem Weg Computerviren einfangen und öffnen Attachments gar nicht erst.

- Können Sie mit HTML umgehen, bietet es sich an, in der E-Mail HTML-Formatierungen vorzunehmen, um eine interessantere Gestaltung zu erreichen oder um zur eigenen Homepage zu verlinken - sofern diese vorhanden ist.

- Achten Sie unbedingt auf korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung und formulieren Sie sehr sorgfältig. Auch wenn im Internet bei Chats zum Beispiel eher ein flapsiger Umgangsstil üblich ist, bei Bewerbungen hat dieser nichts zu suchen.

6. Die eigene Homepage

Bewerben Sie sich in der EDV/IT-Branche? Dann ist es heutzutage nicht mehr außergewöhnlich, mit der eigenen Homepage aufzuwarten. Weisen Sie mit einer kurzen Bewerbungsmail auf Ihre Seite hin.

Die zweite Seite der Medaille

Vieles spricht ohne Zweifel für die Online-Bewerbung. Nicht zuletzt deshalb fordern immer mehr Unternehmen dazu auf. Allerdings darf man nicht übersehen, dass es auch einige Nachteile gibt: Noch immer bieten einige Firmen Stellensuchenden zwar an, sich per E-Mail zu bewerben, nutzen jedoch diese Möglichkeit nur, um ihr Image als modernes Unternehmen aufzupolieren. Tatsächlich wird dieser Weg der elektronischen Kontaktaufnahme teilweise nicht ernst genommen, oder die Firmen fangen gerade erst an, sich darauf einzurichten. Das kann unter Umständen dazu führen, dass Ihre Bewerbung nicht oder erst sehr spät registriert wird. Falls Sie keine Antwort erhalten, erkundigen Sie sich nach ein bis zwei Wochen, ob Ihre Bewerbung angekommen ist. Hinzu kommt, dass sehr viele Firmen zwar eine E-Mail als Erstkontaktmöglichkeit schätzen, doch weitere Unterlagen auf dem üblichen Weg, also auf Papier, wünschen. Wenn Sie sich per E-Mail bewerben, bieten Sie daher unbedingt an, bei Interesse eine komplette Bewerbungsmappe zu schicken.