Kostendruck Firmen sparen beim Auslandseinsatz


Deutsche Firmen setzen bei längeren Auslandseinsätzen ihrer Mitarbeiter den Rotstift an. Denn derzeit steht das Thema Kostensenkung ganz oben auf der Agenda vieler Unternehmen.

Derzeit steht das Thema Kostensenkung ganz oben auf der Agenda vieler Unternehmen. Laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young haben deutsche Firmen bei längeren Auslandseinsätzen ihrer Mitarbeiter den Rotstift angesetzt. Für das Jahr 2003 erwarten die Unternehmen, die Mitarbeiter ins Ausland entsenden, dass diese Zahl leicht zurückgehen wird. Mit der Entsendung verfolgen die Firmen weniger das Ziel, ihre Mitarbeiter zu fördern. Stattdessen stehen konkrete Projekte und der wirtschaftliche Nutzen im Vordergrund.

Knapp ein Drittel der 120 befragten Personalchefs gab an, wegen des starken Kostendrucks bis Jahresende weniger Mitarbeiter zur Betreuung von Projekten ins Ausland zu schicken. 54 Prozent der Manager wollen versuchen, immerhin den Stand des Vorjahres zu halten. "Erst wenn die Wirtschaftslage sich wieder nachhaltig verbessert, wird die Zahl der Entsendungen wieder deutlich steigen", sagt der Leiter des Bereichs Human Capital bei Ernst & Young, Mark Smith. Viele Unternehmen hätten inzwischen das Einsparpotenzial von Auslandsentsendungen entdeckt.

Kosten werden unterschätzt

Die meisten Firmen unterschätzen die Kosten von Auslandsentsendungen und gehen davon aus, dass ein ins Ausland entsandter Mitarbeiter im Durchschnitt doppelt so hohe Kosten verursacht wie sein in Deutschland verbleibender Kollege. Tatsächlich gilt dies - abhängig von Zielland und anderen Faktoren - nur für ledige Mitarbeiter, die auf die Familie verzichten. Bei Familien liegen die Kosten bis zu dreimal höher. Zum Beispiel kostet ein verheirateter Mann mit zwei Kindern, der in Deutschland rund 75.000 Euro verdient, bei einem Auslandseinsatz in New York oder Tokio bis zu 250.000 Euro.

Zu den bevorzugten Entsendungszielen zählen mit 71 Prozent die EU-Staaten. In die USA werden 58 Prozent und in den Raum Pazifik/Asien 35 Prozent der Außendienstler geschickt. Mehr als die Hälfte der Betroffenen bleibt im Schnitt ein bis drei Jahre vor Ort. Bei der anschließenden Rückkehr an den deutschen Stammsitz ihrer Firma berichten 25 Prozent von erheblichen Problemen: Der Auslandseinsatz habe sich rückblickend eher als Karriereknick entpuppt.


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