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Lehrstellen: Hauptschüler chancenlos

Die Umfrage einer Unternehmensberatung zeichnet ein düsteres Bild von Ausbildungswilligen: Ein Großteil der Bewerber ist schlicht zu dumm für die Lehre.

Deutsche Lehrstellenbewerber haben offenbar kein Wissen und keinen Biss. Das ist das Fazit einer bundesweiten Umfrage unter 250 deutschen Unternehmen der Unternehmensberatung "GSConsult", wie das "Hamburger Abendblatt" berichtet. 83 Prozent der befragten Unternehmen sind der Meinung, die Leistungen vor allem in Deutsch und Mathematik hätten sich in den letzten zehn Jahren massiv verschlechtert.

Gleichzeitig gehen sie davon aus, dass das Leistungsniveau, das den Lehrlingen abverlangt werden muss, weiter steigen wird. Vor diesem Hintergrund stelle sich die Entwicklung an deutschen Schulen dramatisch dar: 56 Prozent der Firmen meinen, dass Schulen Berufsanfängern nicht die Grundlagen mitgeben, die für die in den Betrieben geforderten Leistungen nötig wäre.

Hauptschüler haben nach dieser Umfrage kaum noch Chancen, eine Lehrstelle zu bekommen. Und 97 Prozent der Firmen wollen Jugendliche ohne Schulabschluss gar nicht mehr einstellen. Dazu kommt, dass die Ausbilder heute mehr denn je ihrer Zeit für den Umgang mit sozialen Problemen aufwenden müssen. Denn 59 Prozent der Firmen beklagen, dass Benehmen und soziale Kompetenz in den letzten zehn Jahren schlechter geworden sind. 88 Prozent sagen, dass Elternhaus und Schule den jungen Menschen nicht das nötige Rüstzeug für das Berufsleben mitgeben.

DPA / DPA
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