Lehrstellenbilanz Noch 35.000 Jugendliche auf Lehrstellensuche


Die Lehrstellenbilanz ist ernüchternd: Im Vergleich zum Vorjahr werden 2003 knapp 40.000 Ausbildungsplätze weniger angeboten. 35.000 Jugendliche stehen ohne Lehrstelle da, 15.000 Plätze sind noch unbesetzt.

Die Lage auf dem Ausbildungsmarkt hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Rund 35.000 Jugendliche suchen immer noch nach einer Lehrstelle, wie die Bundesanstalt für Arbeit am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Rund 14.800 Ausbildungsplätze sind noch nicht besetzt. Im Vergleich zum Vorjahr standen 2003 sehr viel weniger Ausbildungsplätze zur Verfügung.

Das Vorstandsmitglied der Bundesanstalt für Arbeit, Heinrich Alt, sagte, obwohl weniger Lehrstellen gemeldet worden seien, hätten rund 95 Prozent der Bewerber mit einem Ausbildungsplatz oder einer Alternative versorgt werden können. Von Oktober vergangenen Jahres bis September 2003 seien bundesweit 546.700 Ausbildungsstellen gemeldet worden und damit 39.500 weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum. Dieser Rückgang gehe ausschließlich zu Lasten betrieblicher Stellen, sagte Alt.

Verbände halten Lehrstellenkrise für abgewendet

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Handwerksverband hingegen sehen die Lehrstellenkrise weitgehend abgewendet. Die Lehrstellenlücke habe seit dem Sommer um 90 Prozent verkleinert werden können, erklärte der DIHK. Gemeinsam mit Handwerkskammern und Arbeitsämtern sollten in den kommenden Wochen noch möglichst viele Jugendliche auf die 15.000 offenen Stellen vermittelt werden, sagte der DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun.

"Mobil und flexibel sein"

Der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Dieter Philipp, bekräftigte, die Nachvermittlung von Bewerbern genieße in den kommenden Wochen "oberste Priorität". Er appellierte an die Jugendlichen, mobil und flexibel zu sein. "Desto eher finden sie einen Arbeitsplatz."

Beide Verbände wehrten sich erneut gegen eine Ausbildungsabgabe. "Eine solche Belastung wirkt wie eine neue Steuer und ist Gift für die in der Rezession steckenden Betriebe", erklärte Philipp.


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