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Mehr Azubis im Pflegebereich: Fachkräfte werden weiterhin gesucht

Pflegeberufe sind bei Azubis zwar so beliebt wie nie - trotzdem fehlen Zehntausende Fachkräfte. Rund 54.200 Jugendliche haben im Herbst 2010 eine Berufsausbildung in einem Pflegeberuf angefangen.

Immer mehr Jugendliche entscheiden sich für eine Ausbildung im Pflegebereich. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, befindet sich die Zahl der Auszubildenden auf Rekordniveau. Und dennoch: "Bis Ende 2020 brauchen wir allein in der Altenpflege 220 000 zusätzliche Vollzeitkräfte", sagte der Präsident des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste (BPA), Bernd Meurer. Der von der Bundesregierung initiierte "Ausbildungs- und Qualifizierungspakt" müsse rasch umgesetzt werden, fordern Meurer und der AWO Bundesverband.

Nach wie vor sind Pflegeberufe eine Frauendomäne, doch die Zahl der Männer steigt. So waren 2010 von den neuen Auszubildenden 42.900 weiblich und 11.300 männlich. Im Vergleich zum Jahr 2000 war dies ein Anstieg von 24 Prozent bei den Frauen und 74 Prozent bei den Männern. Zu den Pflegeberufen zählen die Ausbildungen als Gesundheits- und Kranken-, Kinderkranken- oder Altenpfleger sowie die nur ein Jahr dauernden Ausbildungen als Pflegehelfer.

Der erfreuliche Anstieg bei den Azubis reiche bei weitem nicht aus, um den Fachkräftemangel zu beseitigen, betonte Meurer. Dafür müsste sich künftig jeder dritte Schulabgänger für diesen Beruf entscheiden. AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker forderte, der Beruf müsse attraktiver werden, damit die Pflegekräfte nicht frustriert wieder ausstiegen. Die Bundesagentur für Arbeit solle - wie zugesagt - die dreijährige Umschulung von Arbeitslosen tragen, verlangen beide Verbände. Döcker sieht auch die Länder in der Pflicht: Sie müssten noch mehr Ausbildungsplätze anbieten.

jat/AFP/DPA / DPA