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Arbeiten beim Streamingdienst: Das Geheimnis von Netflix: Deshalb sind Mitarbeiter dort so glücklich

So viel Urlaub, wie man möchte und ein super hohes Gehalt: Netflix geht einen neuen Weg im Mitarbeitermanagement und setzt auf Eigenverantwortung statt Drill. Allerdings ist der US-Konzern sehr wählerisch beim Personal.

Bei Netflix arbeiten: So viel Freiheit haben die Angestellten

Bei Netflix arbeiten: Angestellte bekommen viele Freiheiten

Klar, auch schon vor Netflix gab es DVD-Nachmittage. Aber erst mit dem US-Streamingdienst wurde der Serien-Marathon in seiner heutigen Form beliebt. Rund 42,5 Milliarden Stunden verbrachten User im vergangenen Jahr auf der Plattform. Um sich von der Konkurrenz durch Amazon Prime und Co. abzuheben, setzt Unternehmenschef Reed Hastings verstärkt auf Eigenproduktionen und den Kauf von Exklusivrechten für Filme und Serien. Kurz: Netflix bedient einen aktuellen Trend perfekt. Und offenbar ist der Streamingdienst auch bei Arbeitnehmern beliebt. 70 Prozent der Mitarbeiter würden ihren Freunden einen Arbeitsplatz bei Netflix empfehlen, so die Arbeitgeberplattform Glassdoor. Doch was macht den Arbeitsplatz bei Netflix so attraktiv?

Netflix und die neue Mitarbeiterführung

Kevin Kruse, Unternehmer und Bestseller-Autor, hat für das US-Magazin "Forbes", das Mitarbeitermanagement von Netflix vorgestellt. Denn Netflix geht vollkommen andere Wege als andere Großunternehmen. Denn normalerweise läuft es so: Eine kleine Gruppe Menschen kontrolliert Ausgaben, Urlaub und Leistung - die anderen Arbeitnehmer arbeiten dagegen an. Netflix will so nicht arbeiten. 

Kruse fasst die Vorteile für Arbeitnehmer zusammen: Bei Netflix gebe es eine unendliche Urlaubsvereinbarung. Statt starrer Urlaubsvorgaben werden beispielsweise die Mitarbeiter aus dem Controlling und dem Finanzwesen gebeten, zu den Quartalsabschlüssen da zu sein. Im Gegenzug können die Arbeitnehmer gerne auch mehr Urlaub machen. Führungskräfte werden gebeten, mit gutem Beispiel voranzugehen und "sich großzügig freizunehmen“, wie der "Standard" berichtet.

Reise- und Budget-Verantwortung für Netflix-Mitarbeiter

Doch auch die Reise- und Budget-Vereinbarung regelt man bei Netflix anders. Das Unternehmen verlasse sich auf das erwachsene Verhalten der Mitarbeiter und fasst die Vorgabe in wenige Worte zusammen: Handele im Interessen von Netflix. Das bedeutet: Geld nicht zum Fenster rausschmeißen, Kosten auf den Prüfstand stellen. Mitarbeiter sollen Firmengeld so behandeln, als ob es ihr eigenes wäre. Mit einem überraschendem Ergebnis: Da alle Mitarbeiter ihre Reisen selbst buchen, spart sich das Unternehmen den Posten eines Reise-Managers. 

Nur die besten Bewerber schaffen es bei Netflix

Allerdings: So himmlisch das Arbeiten bei Netflix auch sein mag - einen Arbeitsplatz im Unternehmen zu bekommen, ist nicht einfach. So gibt es komplexe Fragen im Einstellungstest. "Was bedeutet Empathie für Sie" werden beispielsweise Kundenservice-Bewerber gefragt. Techniker müssen die Frage beantworten, was sie in der Vergangenheit mal gemacht haben, aber nie mehr wiederholen würden. Schon vor einigen Jahren stand Netflix für seine Auswahl der Allerbesten in der Kritik. 

Doch nicht nur für Bewerber ist Netflix ein hartes Pflaster. Wer nicht volle Leistung bringt, bekommt Probleme. Werden über längere Zeit nicht die Ergebnisse erzielt, die vereinbart wurden, solle man solche Mitarbeiter "gehen lassen". Außerdem sollen Führungskräfte sich fragen, wie sie reagieren würden, wenn Teammitglieder kündigen würden. Wäre es ihnen egal und würde der Vorgesetzte nicht aktiv um den Mitarbeiter kämpfen wollen, sollte das Konsequenzen haben, berichtet der "Standard". Kurz gesagt: Wer dem Team nicht fehlt, kann eigentlich schon heute seine Sachen packen. 

kg
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