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Neue Kita-Tarife: Städte wollen Eltern zur Kasse bitten

Die Kommunen schlagen Alarm: Bis 2013 müssen sie nach Vorgaben des Bundes die Kinderbetreuung deutlich verbessern. Nun kommen höhere Gehälter für die Erzieher in Kindertagesstätten hinzu. Viele Städte und Gemeinde scheinen damit überfordert. Sie werden wohl die Eltern zur Kasse bitten.

Nach der Tarifeinigung zwischen Kommunen und Gewerkschaften für die Kita-Erzieher ist nach Angaben des Deutschen Städtetags der geplante Ausbau der Kinderbetreuung bis zum Jahr 2013 in Gefahr. "Die Gesamtsumme von zwölf Milliarden Euro, an der sich der Bund mit vier Milliarden beteiligt, ist noch nicht voll finanziert und reicht für den Ausbau der Betreuung bis hin zu einem Rechtsanspruch ab 2013 mit Sicherheit nicht aus", sagte Hauptgeschäftsführer Stephan Articus der in Hannover erscheinenden "Neuen Presse".

"Mehr und besser qualifizierte Erzieherinnen und Erzieher, eine bessere Entlohnung für sie, und den Ausbau der Betreuung gleichzeitig voranzutreiben, das können viele Kommunen kaum leisten, weil sie schon jetzt finanziell mit dem Rücken an der Wand stehen", mahnte Articus. Der ausgehandelte Tarifkompromiss könne "neue Haushaltslöcher reißen, etwa in Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit". Dramatische Gewerbesteuereinbrüche machten vielen Städten ohnehin schwer zu schaffen: Die Kommunen müssten 2009 deutschlandweit mit einem Rückgang der Gewerbesteuer um sechs Milliarden Euro rechnen.

Vielerorts werden wohl Elternbeiträge steigern

Articus erklärte zudem, dass einige Kommunen und Träger nun überlegen würden, "ob sie die Elternbeiträge heraufsetzen, um die höheren Personalkosten aufzufangen". Mit einer flächendeckenden Erhöhung der Gebühren rechne er aber nicht, sagte Articus.

Die Kommunen hatten sich am Montag mit den Gewerkschaften auf mehr Geld und einen besseren Gesundheitsschutz für die rund 220.000 kommunalen Erzieher und Sozialpädagogen geeinigt. Die Beschäftigten erhalten nach Arbeitgeberangaben im Schnitt monatlich 120 Euro mehr.

AP / AP