Nominiert in der Kategorie "Visionär" Kunststoffe mit Gedächtnis


Mnemoscience entwickelt intelligente Werkstoffe, die je nach Temperatur verschiedne Formen annehmen.

Formgedächtnis-Polymere lautet der volle Name jener Kunststoffe, die das Unternehmen Mnemoscience in der Nähe von Aachen entwickelt. Sie können sich eine Form merken und diese bei einem speziellen Reiz, etwa einer bestimmten Temperatur, immer wieder annehmen.

"Eines der Anwendungsgebiete wird die Medizintechnik sein", sagt Andreas Lendlein, 35-jähriger Professor für Chemie und Gründer der Firma. Mnemoscience arbeitet an speziellen "Stents", Röhrchen, die verengte Herzkranzgefäße offen halten. In platt gedrückter Form kann der Arzt den Stent mit einem Katheter leichter in die Arterie schieben. Erst bei Körpertemperatur nimmt der Kunststoff seine permanente Form an und dehnt sich zum Röhrchen aus. Auch das schwierige Knüpfen von Knoten bei sehr feinen Nähten wollen die Chemiker den Doktoren erleichtern. Sie haben einen Kunststoff-Faden entwickelt, der sich bei Körpertemperatur von selbst zusammen zieht. Generell ist die Verfahrenstechnik vielfach verwendbar. Andreas Lendlein kann sich auch Kunststoff-Kotflügel vorstellen, "bei denen man, wenn sie eine Delle haben, nur den Föhn draufhält - und schon beulen sie von selber wieder aus".


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