HOME

Mein Recht im Job: Darf ich mir private Pakete ins Büro schicken lassen?

Onlineshopping ist nur dann richtig praktisch, wenn man jemanden hat, der die Pakete annimmt. Und wenn tagsüber keiner zu Hause ist? Darf ich mir meinen Kram auf den Arbeitsplatz schicken lassen?

Ob private Pakete an den Arbeitsplatz okay sind, hängt vom Arbeitgeber ab

Ob private Pakete an den Arbeitsplatz okay sind, hängt vom Arbeitgeber ab

Getty Images

Das Schöne am Onlineshopping ist: Wer tagsüber keine Zeit hat in den Laden zu gehen, kann bequem abends von der Couch aus bestellen. Der Haken an der Sache: Irgendwer muss dann auch dem Paketboten die Tür aufmachen, während man selbst auf der Arbeit ist. Denn nach Feierabend noch zur Post zu hetzen, ist meist auch kein Spaß. 

Warum also nicht einfach das Paket auf die Arbeit bestellen? In den meisten Betrieben gibt es schließlich einen Empfang oder eine Poststelle, die die Firmenpost annimmt - die kann man doch auch für Amazon und Zalando nutzen. Aber darf man das?

Kein Recht auf Shopping

Grundsätzlich gilt: Niemand hat ein Recht darauf, sich seine Schuhe und Klamotten auf die Arbeit schicken zu lassen. Ob private Pakete erlaubt sind, entscheidet allein der jeweilige Arbeitgeber. Er hat das Hausrecht und kann eine entsprechende Erlaubnis oder ein Verbot aussprechen - zum Beispiel via Aushang, Email oder Eintrag im Intranet. Daran sollten sich Mitarbeiter auch tunlichst halten: Denn wer ein ausdrückliches Verbot ignoriert, kann abgemahnt werden.

Interessant wird es in allen Unternehmen, in denen keine ausdrückliche Regelung existiert. Hier ist es ratsam, sich an der gelebten Praxis zu orientieren. Lassen sich auch andere Mitarbeiter private Bestellungen liefern und wird dies toleriert? Dann kann man erstmal davon ausgehen, dass das auch für einen selbst gilt, sofern man die Postannahme nicht mit Massenbestellungen lahm legt. Wer sichergehen will, fragt einfach nach.

Arbeitgeber kann Erlaubnis widerrufen

Eine Erlaubnis kann der Arbeitgeber natürlich jederzeit widerrufen - was er wohl auch tun wird, wenn die Sache aus dem Ruder läuft. Schließlich bezahlt kein Chef Mitarbeiter dafür, dass sie sich um nichts anderes mehr kümmern als um die Paketberge der Belegschaft.

Ein absolutes No-Go zum Schluss: Auf keinen Fall sollte man selbst private Pakete auf Kosten des Arbeitgebers verschicken. Dies kann nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz sogar zur fristlosen Kündigung führen (Az: 8 Sa 220/13). Im konkreten Fall hatte die Mitarbeiterin zwölf Pakete an ihre Tochter nach Italien versendet, wofür bei der Firma Kosten in Höhe von 170 Euro angefallen waren. 

Themen in diesem Artikel