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RECHT: Keine unbegrenzte Kontrolle

Arbeitgeber dürfen ihr Personal nicht unbegrenzt kontrollieren. Sie machen sich schnell strafbar, wenn sie die Persönlichkeitsrechte ihrer Mitarbeiter verletzen.

Arbeitgeber dürfen ihre Mitarbeiter nicht unbegrenzt kontrollieren. Darauf weist der Informationsdienst Neues Arbeitsrecht für Vorgesetzte hin. Zwar sei das Kontrollrecht grundsätzlich unbestritten. Im Einzelfall könnten sich Arbeitgeber aber schnell strafbar machen - vor allem dann, wenn die im Grundgesetz garantierten Persönlichkeitsrechte berührt sind.

Das betreffe etwa den Einsatz von Abhör- und Videoanlagen. Durch solche Anlagen erlangte Beweismittel wiesen Gerichte in der Regel als rechtswidrig zurück, sofern die Mikrofone und Kameras ohne das nachweisbare Einverständnis der Beobachteten installiert worden sind.

Auch Taschenkontrollen dürfen den Angaben zufolge nur vorgenommen werden, wenn ein begründeter Anlass dazu besteht - etwa wenn gehäuft Diebstähle im Unternehmen auftreten. Selbst dann sei jedoch die Zustimmung der Betroffenen erforderlich. Strafbar sei es, Telefonate der Mitarbeiter abzuhören oder deren Privatpost zu öffnen. Auch E-Mail-Inhalte dürften nur dann gelesen werden, wenn ein schwerwiegender Verdacht des Systemmissbrauchs besteht.

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