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Spreadshirt GmbH: Merchandising zum Nulltarif

Die Spreadshirt GmbH aus Leipzig ist für den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger 2005 nominiert.

„Jeder kann bei uns individuell bedruckte Textilien online bestellen. Jedes Produkt ist eine Einzelanfertigung. Außerdem kann jeder mit Spreadshirt eine eigene Kollektion online zum Verkauf anbieten, ohne dass ihm dadurch Kosten entstehen“, so Spreadshirt-Gründer und Geschäftsführer Lukasz Gadowski. „Wir haben ein großes Lager mit Rohtextilien, die von uns on demand mit dem gewünschten Motiv bedruckt und innerhalb von 48 Stunden ausgeliefert werden.“ Neben Shirts, Jacken, Mützen und sogar Unterwäsche bedruckt das Unternehmen auch andere Produkte wie beispielsweise Tassen oder Geschenkartikel.

Der Kunde stellt im Internet Modelle und Motive zusammen, den Rest erledigt Spreadshirt: Herstellung, Versand und Kundenservice. Mindestumsätze sind nicht erforderlich. Top-Qualität, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und die schnelle, zuverlässige Lieferung der fertigen Artikel sind das Erfolgsgeheimnis des 2002 gegründeten Unternehmens. Vor allem Vereine, Firmen oder Fanclubs nutzen die Möglichkeit, mit Spreadshirt eine große Palette an Merchandising-Artikeln mit dem eigenen Logo anzubieten, ohne einen einzigen Cent zu investieren. Und außerdem kann sich jeder sein ganz persönliches Lieblings-T-Shirt zusammenklicken, denn Spreadshirt liefert jeden Artikel auch als Einzelbestellung aus.

Lukasz Gadowski gründete Spreadshirt bereits als Student. "Ich war schon während des Studiums als IT- und Unternehmensberater tätig", erzählt der Betriebswirt. "Einmal hatte ich ein Projekt in einem Textilunternehmen, und dabei entstand die Idee für Spreadshirt." Nach dem Zusammenbruch des Neuen Marktes war es jedoch zum Zeitpunkt der Gründung im Jahr 2002 kaum noch möglich, Geld für eine Internet-Firma zu bekommen. "Teilweise hatten wir Kontakte zu Geldgebern, die zwar interessiert waren, aber einfach keine Möglichkeit sahen, unsere Idee zu finanzieren. Teilweise haben wir auch gar nicht erst versucht, Fremdkapital zu bekommen, weil wir wussten, dass es nicht geht", erinnert sich der Unternehmer. So investierten Lukasz Gadowski und sein Partner Matthias Spieß kaum Geld, sondern fast ausschließlich Zeit in ihre Gründung. Das wichtigste Kapital der Firma waren die Kontakte zur Textilbranche von Lukasz Gadowski und das Fachwissen, das IT-Fachmann Matthias Spieß in die aufwändige Programmierung der notwendigen Software steckte.

"Durch die Geldknappheit waren wir von Anfang an zur Effizienz gezwungen und mussten schnell Gewinn bringend arbeiten", so Lukasz Gadowski. Das ist dem Team offensichtlich ganz hervorragend gelungen: Das Spreadshirt-Konzept überzeugte bereits in den ersten zwei Jahren über 300.000 Kunden, darunter so namhafte Abnehmer wie die Jugendzeitschrift "Bravo" oder die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen". "Im Mittelpunkt steht natürlich die Qualität unseres gesamten Leistungspaketes. Doch derzeit gibt es außerdem einen allgemeinen Trend zur Individualisierung", erklärt Mitgeschäftsführer Michael Petersen den Erfolg. "Spreadshirt-Produkte befriedigen genau dieses Bedürfnis, sich persönlich auszudrücken." Inzwischen beschäftigt das Unternehmen über 50 Vollzeit-Mitarbeiter und beginnt mit seiner US-Niederlassung den amerikanischen Markt zu erobern. "Wir schaffen auch ganz normale Arbeitsplätze und nicht nur spezialisierte Jobs im High-Tech-Bereich", so Lukasz Gadowski.

Die ungewöhnlich erfolgreiche, fast ohne finanzielle Mittel gestartete Umsetzung einer originellen Idee nahm auch die Juroren des Deutschen Gründerpreises für Spreadshirt ein. Das trotz des minimalen Anfangskapitals weit überdurchschnittliche Wachstum und die solide Unternehmensführung waren weitere wichtige Argumente für die Nominierung der jungen Gründer in der Kategorie Aufsteiger. Außerdem überzeugte das hohe Potenzial des Unternehmens, denn Marktführer Spreadshirt bietet eine wesentlich größere Produktauswahl und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als die Mitbewerber und hat deshalb gute Aussichten, seinen Erfolg auch in den nächsten Jahren weiter auszubauen.

"Als wir von der Nominierung erfahren haben, waren wir alle total begeistert und die ganze Firma hat gefeiert", erzählt Lukasz Gadowski. "Ich glaube, das gibt uns einen starken Schub nach vorne und steigert den Bekanntheitsgrad von Spreadshirt noch einmal deutlich." Der Unternehmer hatte natürlich auf eine gute Platzierung gehofft, aber nicht wirklich erwartet, unter die Top-3 zu kommen. "Das ist eine tolle Auszeichnung und eine Anerkennung für unsere Arbeit" so Lukasz Gadowski. "Die Nominierung für den Deutschen Gründerpreis ist eine große Ehre für uns. Wir hoffen, dass unser Erfolg auch auf andere Gründer ermutigend wirkt."

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