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startup-sieger: BoRaGlas: Glasklar beschriftet

Wie kommt die Schrift ins Glas, ohne die Oberfläche zu beschädigen? Ein neues Laser-Verfahren macht's möglich.

Zwei Jahre

brauchten die beiden Diplom-Physiker Reinhard Borek und Thomas Rainer, um das Verfahren für die farbige Innenbeschriftung von Glas umzusetzen. Dabei werden unter Einsatz von Laserstrahlung so genannte Nanometallpartikel im Glas gebildet. Mit dem Innenbeschriftungsverfahren können im Glas farbige Pixel, zum Beispiel in Silbergelb und Kupferrubin, erzeugt werden.

Diese Technik

lässt sich beispielsweise für die Kennzeichnung von Autoglasscheiben und für die Beschriftung und Dekoration von Trinkgläsern verwenden. Auch Glastüren sowie gläserne Tür- und Hinweisschilder lassen sich mit dem » MarcColor« genannten Verfahren beschriften. Durch die computergesteuerte Anordnung der farbigen Pixel im Glas können Schrift- und Bildvorlagen mit Auflösungen von mehr als 600 dpi reproduziert werden.

Der Vorteil

gegenüber den herkömmlichen Techniken ist, dass sich die farbigen Pixel im Glas befinden und somit die Glasoberfläche nicht beschädigt wird. Deshalb sind diese Beschriftungen und Dekorationen absolut kratzfest, chemisch so beständig wie das Glas selbst und temperaturbeständig bis knapp unter dem Schmelzpunkt des Glases. Außerdem sind die farbigen Beschriftungen und Dekorationen UV-beständig.

Die Idee zur Firmengründung

kam den beiden Jungunternehmern bereits während ihres Physikstudiums an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Im Juni 2000 setzten sie ihre Idee in die Tat um. Mit der Firma BoRaGlas wollen die Gründer das an der Hochschule vorhandene Know-how zur gezielten nachträglichen Änderung von Glaseigenschaften wirtschaftlich nutzbar machen.

Das Geschäftsfeld

von BoRaGlas umfasst die Entwicklung von Verfahren zur Markierung, Beschriftung und Dekoration von Gläsern, die Entwicklung und Produktion von Polarisationsfiltern und die Entwicklung neuartiger Speichermaterialien für die optische Datenspeicherung.

Neben »MarcColor«

ist auch das Verfahren »PolColor«, mit dem polarisierende Gläser hergestellt werden können, bereits anwendungsreif. Der Schwerpunkt der künftigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit von BoRaGlas liegt auf der Entwicklung des Verfahrens LEFPOS, der Laserstrahl-induzierten Erzeugung von farbigen und polarisierenden Strukturen in Glas.

Kontakt:

BoRaGlas GmbH

c/o Fachbereich Physik

Fachgruppe Exp. Phys. I

Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Friedemann-Bach-Platz 6

06108 Halle/Saale

Fon: 0345 / 55 255 32

Fax: 0345 / 55 271 59

Mail: rainer@boraglas.de

http://www.boraglas.de

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