Studie Deutsche haben Zukunftsangst


Die Deutschen haben einer Studie zufolge Angst vor einer ungesicherten Zukunft und verabschieden sich vom Wohlfahrtsstaat.

Zugleich nimmt aber, vor allem unter jungen Menschen, die Orientierung an Leistung und die Bereitschaft zu, das Leben in die eigene Hand zu nehmen. "Die fetten Jahre sind vorbei. Das Schlaraffenland ist abgebrannt", sagte der Leiter des B.A.T. Freizeit-Forschungsinstituts, Horst W. Opaschowski, am 9. Juni in Berlin bei der Vorstellung seiner neuesten repräsentativen Zukunftsstudie "Deutschland 2020".

Beim Gedanken an die nächsten zehn bis 20 Jahre bleibt für die Bürger nach wie vor die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit die drängendste Aufgabe. 83 Prozent sorgen sich um den Arbeitsplatz, 68 Prozent um die Gesundheitsvorsorge. Angst vor Kriminalität (59 Prozent), Terrorismus (58 Prozent), Sorgen um die Mindestrente (57 Prozent) und vor Inflation (55 Prozent) stehen auf den nächsten Plätzen. Probleme der Umweltbelastung (35 Prozent) und die Bildungskrise (17 Prozent) sind dagegen in den Hintergrund getreten. In ihrer Untersuchung befragten die Zukunftsforscher 2000 Deutsche im Alter ab 14 Jahren.

Neue Lebensbalance für die junge Generation

Die Zukunftsangst wirkt nach Beobachtung Opaschowskis dennoch nicht lähmend. Vielmehr wachse die Bereitschaft der Bürger, sich vom Obrigkeitsstaat als Macher, Versorger und Verteiler zu verabschieden. Die Leistungsbereitschaft (63 Prozent der Befragten) und nicht die Anspruchsgesellschaft (34 Prozent) bestimmen nach Ansicht der Deutschen die weitere Zukunft.

Insbesondere die junge Generation finde eine neue Lebensbalance. Leistung und Lebensgenuss seien für sie keine Gegensätze mehr. Wie nie zuvor in den vergangenen 30 Jahren wachse eine junge Generation nach, die sich zunehmend durch Leistung definiere. Ihren Anteil sehen die Zukunftsforscher 2010 bei 45 Prozent und 2020 schon bei 50 Prozent.


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