VG-Wort Pixel

Ungewöhnlicher Job Wie in der Serie? So arbeitet ein Tatortreiniger wirklich

O-TON Dirk Plähn, Tatortreiniger
«Da ist eine junge Amerikanerin, 23, im Hotel Fürst Bismarck am Hauptbahnhof mit ich glaub 180 Messerstichen geschlachtet worden sag ich mal. Also wirklich geschlachtet worden. 180 Messerstiche, da ist dann nicht mehr allzu viel übrig von dem Mädchen.»
2011 ging dieser Fall durch die Medien - für Dirk Plähn war es einer seiner heftigsten Einsätze. Der Tatortreiniger arbeitet im Norden Deutschlands und hat nach dem Verbrechen das Hotelzimmer gesäubert.
Der 51-Jährige kommt bei Suiziden, Morden und anderen Toden, reinigt aber zum Beispiel auch vermüllte Wohnungen. Sein Transporter ist komplett bestückt für alle möglichen Einsätze. An einem Utensil kommt er selten vorbei.
O-TON Dirk Plähn, Tatortreiniger
«Das einfachste Handwerkszeug eines Tatortreinigers ist die ganz normale Handbürste, mit denen ich stundenlang große Flächen von Blut desinfiziere, wegwische und sauber mache.»
Beispielhaft zeigt Plähn Bilder eines Einsatzes. Und auch wenn der Experte hart im Nehmen ist - auch er muss aufpassen, die Fälle nicht zu nah an sich ranzulassen.
O-TON Dirk Plähn
«Das ist auch immer so, wenn ich einen Einsatz habe, versuche ich alle Bilder umzudrehen, ich möchte keine Namen, keine Bilder wissen, weil das muss ich ausblenden.»
Seine Einsätze dauern mehrere Stunden, bei vermüllten Wohnungen ist er manchmal auch Tage beschäftigt. Als Tatortreiniger wird er übrigens meistens von Privatpersonen gerufen. Die Polizei ruft ihn in der Regel nur an, wenn zum Beispiel in einer Polizeiinspektion oder in einem Streifenwagen etwas passiert ist. So oder so: Der nächste Einsatz kommt bestimmt. Dann muss Dirk Plähn bereit sein.
Mehr
In der Serie "Der Tatortreiniger" kommt der Job skurril rüber. Doch wie ist es wirklich, als Tatortreiniger zu arbeiten? Dirk Plähn berichtet aus seinem harten Arbeitsalltag. Besonders ein Fall ist ihm in Erinnerung geblieben.

Mehr zum Thema



Newsticker