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"Shining Mondays": Initiative gegen Überarbeitung: Japanische Angestellte sollen montags länger schlafen

Im Kampf gegen die chronische Überarbeitung seiner Bürger hat sich die japanische Regierung etwas Neues ausgedacht: Unternehmen werden angehalten, ihren Mitarbeitern einen Montagmorgen im Monat frei zu geben.

Businessleute in Tokio

Businessleute in Tokio

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In arbeiten die Menschen so viel, dass es für "Tod durch Arbeit" sogar ein eigenes Wort gibt: "Karoshi" ist eine offiziell anerkannte Todesart, wegen der Unternehmen verklagt werden können und auf deren Verhinderung sich Kliniken spezialisiert haben. Auch die japanische Regierung sieht sich immer wieder gezwungen, den Arbeitseifer der Bürger mit staatlichen Initiativen auf ein gesundes Maß zu stutzen.

Neuester Vorschlag: Japanische Unternehmen werden angehalten, ihre Mitarbeiter montags länger schlafen zu lassen, damit sie besser erholt in die Woche starten. "Shining Monday" wird die Idee genannt, über die unter anderem der "Guardian" berichtet. Dabei soll nicht jeder Montag für jeden "glänzend" sein, aber zumindest einmal im Monat sollte jeder den Luxus eines freien Montagmorgens genießen können. 

Das Wirtschaftsministerium geht mit gutem Beispiel voran und gab zum ersten "Shining Monday" gleich einem Drittel der Belegschaft den Morgen frei. Erst nach dem Mittagessen sollten die Mitarbeiter das Büro betreten. Das Ministerium zog ein positives Fazit: Die Abwesenheit Hunderter Mitarbeiter am Morgen habe die Arbeitsfähigkeit im Ministerium nicht beeinträchtigt - eine Aussage, für die man sich hierzulande wohl eine Menge Beamtenwitze anhören müsste.

"Shining Monday" folgt auf "Premium Friday"

Der "Shining Monday" folgt auf den "Premium Friday", mit dem die japanische Regierung bereits im vergangenen Jahr einen Vorstoß für eine bessere Work-Life-Balance unternahm. Dabei wurden Unternehmen angehalten, ihren Angestellten auch schon mal Freitagmittag frei zu geben, damit diese Zeit mit ihren Familien verbringen und idealerweise auch noch den privaten Konsum durch Shoppingtouren ankurbeln könnten.

Der Erfolg der war allerdings bescheiden: Eine Umfrage ein Jahr nach Einführung der "Premium Fridays" ergab, dass lediglich rund elf Prozent der Beschäftigten tatsächlich einen freien Freitagnachmittag genossen hatten, berichtet der "Guardian". Viele Unternehmen gaben an, es sei einfach zu viel zu tun gewesen. Insofern bleibt abzuwarten, wie viele Japaner künftig wirklich montags länger liegen bleiben. 

bak
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