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Urteil: Langzeitkranken darf gekündigt werden

Das Grundsatzurteil eines Frankfurter Gerichts dürfte viele chronisch Kranke beunruhigen: Langzeitkranken darf der Arbeitsplatz wegrationalisiert werden.

Firmen dürfen während einer lang anhaltenden Krankheit eines Mitarbeiters dessen Arbeitsplatz wegrationalisieren und ihm kündigen. Das hat das hessische Landesarbeitsgericht in Frankfurt in einem am Dienstag bekannt gewordenen Grundsatzurteil entschieden. Die Richter wiesen damit die Klage eines Niederlassungsleiters gegen ein Verlagsunternehmen zurück und erklärten dessen Kündigung für zulässig (Az.: 14 Sa 981/04).

Der Arbeitnehmer war rund ein Jahr krankgeschrieben. Als er nach seiner Genesung an seinen Arbeitsplatz zurückkehren wollte, erhielt er stattdessen die betriebsbedingte Kündigung. Die Firma hatte die lange Abwesenheit des Mannes zum Anlass für eine größere Umorganisation genommen, bei der sein Abteilungsleiter-Posten weg gefallen war.

Laut Urteil war diese Umorganisation im Rahmen der unternehmerischen Entscheidungsfreiheit nachvollziehbar und zulässig. Weil es auch keinen gleichwertigen Ersatzarbeitsplatz gegeben habe, sei die betriebsbedingte Kündigung, die sich auf Grund der Krankheit des Arbeitnehmers ergeben habe, zulässig, urteilten die Richter.

DPA / DPA
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