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VW-Affäre: SPD-Abgeordneter Lenz soll gehen

Günter Lenz, SPD-Abgeordneter in Niedersachsen, soll sein Amt niederlegen - das legt ihm die eigene Partei nahe. Der Grund: Lenz, der auch VW-Betriebsrat ist, hat sich einer Zeugenaussage zufolge ebenfalls auf Firmenkosten mit Prostituierten vergnügt.

Die niedersächsische SPD hat ihren Landtagsabgeordneten Günter Lenz wegen dessen Rolle in der Korruptionsaffäre bei VW zum Rücktritt gedrängt. "Ich habe ihm nahe gelegt, sein Mandat sofort niederzulegen", sagte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner am Donnerstag in Hannover. "Ich gehe davon aus, dass er das auch tut." Lenz habe Bedenkzeit bis Freitag.

Lenz will sich nach Angaben eines SPD-Sprechers am Freitag äußern. Zuvor hatte es aus SPD-Kreisen geheißen, Lenz werde sein Mandat niederlegen. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt seit längerem gegen Lenz wegen Beihilfe zur Untreue. Lenz sitzt auch im VW-Aufsichtsrat und ist Betriebsratschef der VW-Nutzfahrzeugsparte in Hannover.

Lenz und die Prostituierten

Zuvor hatte der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer im Prozess gegen den Ex-SPD-Bundestagsabgeordneten Hans-Jürgen Uhl erklärt, Lenz habe mehrmals auf VW-Kosten die Dienste von Prostituierten genutzt.

Lenz selbst hatte die Vorwürfe gegen ihn bislang zurückgewiesen. Das tat er auch kurz nach dem Prozess gegen Uhl, der wegen Beihilfe zur Untreue und falscher eidesstattlicher Versicherung zu einer Geldstrafe verurteilt wurde.

Reuters / Reuters