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Arbeitskampf der Erzieherinnen: Verdi stellt Pause bei Kita-Streiks in Aussicht

Der unbefristete Streik der Erzieherinnen und Sozialarbeiter geht in seinen dritten Tag. Ein Ende ist bisher nicht abzusehen. Doch Verdi hofft auf ein "echtes Angebot" der Arbeitgeberseite.

Beschäftigte kommunaler Kinderbetreuungseinrichtungen streiken in Bayern. Verdi fordert eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe.

Beschäftigte kommunaler Kinderbetreuungseinrichtungen streiken in Bayern. Verdi fordert eine finanzielle Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat ein Aussetzen des unbefristeten Streiks in Kindertagesstätten, Schulhorten und anderen Erziehungseinrichtungen in Aussicht gestellt. Sobald sich der Chef der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände, Thomas Böhle, "aktiv für eine echte Aufwertung der Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst einsetzt, steht selbstverständlich auch der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske für direkte Gespräche zur Verfügung", sagte Verdi-Sprecher Christoph Schmitz der "Rheinischen Post".

Bislang hätten die kommunalen Arbeitgeber lediglich unverbindliche Vorschläge gemacht, die im Laufe der Verhandlungen wieder vom Tisch genommen werden könnten und sich zudem nur auf einige wenige Berufsgruppen bezögen. "Wenn die VKA ein echtes Angebot macht, könnten die unbefristeten Streiks binnen Tagesfrist ausgesetzt werden", fügte der Gewerkschaftssprecher hinzu.

40.000 Beschäftigte im Streik

Der am Freitag begonnene Streik war am Montag ausgedehnt worden: Nach Angaben der Gewerkschaften Verdi und GEW legten auch in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg Beschäftigte die Arbeit nieder. Bundesweit beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben mehr als 40.000 Beschäftigte an den Streiks. Sie fordern eine deutliche Aufwertung der Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst.

Die Gewerkschaften verlangen für die Beschäftigten neue Eingruppierungsregeln und Tätigkeitsmerkmale, was letztlich zu zehn Prozent mehr Gehalt führen soll. Nach fünf erfolglosen Runden hatten die Gewerkschaften die Verhandlungen für gescheitert erklärt und eine Urabstimmung eingeleitet, in der eine Mehrheit der Mitglieder für unbefristete Streiks stimmte.

mka/AFP / AFP