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Korruption: Schmiergeldskandal bei Irak-Verträgen

Zwei Mitarbeiter des amerikanischen Ölriesen Halliburton haben bei der Vergabe von Irak-Verträgen Schmiergelder in Höhe von sechs Millionen Dollar angenommen.

Der in Irak vor allem mit dem Wiederaufbau der Ölindustrie und der Versorgung der US-Truppen betraute US-Konzern Halliburton hat nach eigenen Angaben zwei Mitarbeiter wegen des Verdachts auf Annahme von Bestechungsgeldern entlassen. Firmensprecherin Wendy Hall erklärte am Freitag, Halliburton habe die Rechnungsprüfer des Pentagons und die Ermittlungsbehörden über den Fall informiert. „Wir haben es sofort gemeldet“, erklärte sie. Ein solches Verhalten werde auf keiner Ebene der Firma geduldet.

Es war das erste Mal, dass Halliburton selbst die Verstrickung von Mitarbeitern in einen Bestechungsfall einräumte. Das „Wall Street Journal“ hatte zuvor berichtet, die beiden Beschäftigten der Halliburton-Tochterfirma KBR, die einen Auftrag zur Versorgung der US-Truppen hat, hätten sechs Millionen Dollar Schmiergeld von einer kuwaitischen Firma angenommen. Die Rechnungsprüfer des Pentagons ermitteln schon wegen überhöhter Rechnungen für Treibstofflieferungen gegen KBR und die kuwaitische Firma Altanmia Marketing. Dabei geht es um 61 Millionen Dollar.

Halliburton ist die frühere Firma von US-Vizepräsident Richard Cheney, deren Vorstandschef er bis 2000 war. Er war von diesem Posten zurückgetreten, nachdem er Vizepräsidentschaftskandidat von George W. Bush geworden war. Er leitete den Konzern seit 1995.