Lufthansa Fliegen wird noch teurer


Wegen der hohen Rohölpreise erhöht die Lufthansa ihren Treibstoffzuschlag. Ab dem 15. Oktober müssen Kunden auf Lang- und Kurzstreckenflügen mehr zahlen.

Angesichts der hohen Rohölpreise wird die Lufthansa ihre im August eingeführten Treibstoffzuschläge deutlich anheben. Bei Langstreckenflügen ist künftig ein Zuschlag von 17 Euro pro Streckenabschnitt fällig, das sind 10 Euro mehr als bisher, wie das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt mitteilte. Bei innereuropäischen Strecken sind sieben statt zwei Euro zu zahlen. Die Zuschläge gelten für Flugtickets, die vom 15. Oktober an verkauft werden.

Rohölpreis im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt

In den vergangenen Tagen sei der US-Rohölpreis auf mehr als 50 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) angestiegen und habe damit einen aktuellen Höchststand erreicht, erklärte die Lufthansa zur Begründung. "Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Rohölpreis damit nahezu verdoppelt und fordert bei der Fluggesellschaft eine Reaktion auf diesen extremen Anstieg." Die neuen Zuschläge sollen solange in Kraft bleiben, bis der Rohölpreis an 30 aufeinander folgenden Tagen unter 40 US-Dollar pro Barrel liegt. Bisher hatte sich die Lufthansa nicht festgelegt, wie lange die Zuschläge erhoben werden.

Eine Treibstoffrechnung von 1,8 Milliarden Euro

Lufthansa hatte im Sommer länger als andere Fluglinien mit der Einführung von Kerosinzuschlägen gewartet und auf ihren hohen Anteil an abgesicherten Einkaufspreisen für Treibstoff bei 90 Prozent des Bedarfs in diesem Jahr verwiesen. In der vorigen Woche hatte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber dann die erneute Anhebung der Zuschläge bereits in Aussicht gestellt. Zugleich werde Lufthansa aber weiterhin einen hohen Anteil im Rahmen des so genannten Hedging absichern. Allein im ersten Halbjahr hatten die hohen Ölpreise das Ergebnis von Lufthansa mit knapp 100 Millionen Euro belastet. Ohne das Hedging wären allerdings weitere 90 Millionen Euro hinzugekommen, erklärte Lufthansa. Nach Angaben der Lufthansa vom August erwartet das Unternehmen für das laufende Jahr eine Treibstoffrechnung von rund 1,8 Milliarden Euro.

Es wird immer teurer

Zuletzt war das Fliegen mit der Lufthansa zum 1. September durch den Wegfall der Reisebüroprovisionen teurer geworden. Seither müssen Reisebüros ihre Kosten den Kunden selbst in Rechnung stellen, was Verbandsschätzungen zufolge eine Preiserhöhung von rund sechs Prozent ausmacht. Die Lufthansa verlangt seit dem 1. September in ihrem Direktvertrieb ein Vermittlungs-Entgelt zwischen 30 und 45 Euro pro Ticket.

DPA/Reuters DPA Reuters

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