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Medien: Metro-Wirtschaftsprüfer bei Kirch-Razzia durchsucht

Bei den Razzien im Umfeld des Medienpleitiers Leo Kirch vergangene Woche hat die Staatsanwaltschaft nach Informationen von "stern.de" auch die Räume der Wirtschaftsprüfer des Handelsriesen Metro durchsucht.

Nach Informationen des "stern" wurden bei Razzien im Umfeld des Medienpleitiers Leo Kirch vergangene Woche von der Münchner Staatsanwaltschaft auch die Räume der Wirtschaftsprüfer des Handelsriesen Metro durchsucht.

Dubioser Beratervertrag

Die Duisburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Fasselt & Partner, die eng mit der Düsseldorfer Metro und dessen Großaktionär Otto Beisheim zusammenarbeitet, soll für Kirch einen dubiosen Beratervertrag mit dessen langjährigem Vertrauten Joachim Theye finanziell abgewickelt haben. "Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft für Kirch die Bezahlung übernahm", sagte der Münchner Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld auf Anfrage. Der über fünf Jahre laufende Beratervertrag soll die Zahlung von 25 Millionen Mark vorgesehen haben. Mindestens 1,5 Millionen Mark seien Ende der 90-er Jahre geflossen, so die Staatsanwaltschaft.

Steuerfahnder wittern Gewinnverschiebung

Beisheim, Kirch und Theye verband in den 90-er Jahren ein dubioses Filmgeschäft. Damals hatte Kirch einen Großteil seines Filmstocks zu einem Spottpreis an eine Schweizer Firma aus dem Umfeld Beisheims verkauft. Kurze Zeit später kauften Kirchs TV-Sender die Filme mit Milliarden-Aufschlag zurück. Steuerfahnder und Staatsanwaltschaft witterten darin illegale Gewinnverschiebung und Steuerhinterziehung von mehr als 400 Millionen Mark, sie scheiterten aber an der Beweisführung. Theye hatte den komplexen Deal, an dem auch eine Liechtensteiner Briefkastenfirma beteiligt war, für Kirch damals eingefädelt.

Fasselt & Partner teilte mit, die Durchsuchung stünde in keinem Zusammenhang mit Metro-Gründer Beisheim. Die Metro lehnte einen Kommentar ab.

Johannes Röhrig / print