HOME

Nach Ankündigung der Metro Group: Warum spalten sich so viele Unternehmen auf?

Ebay und Paypal haben es getan, auch Eon vollzieht diesen Schritt - und nun hat auch die Metro Group angekündigt, den Konzern aufzuspalten. Doch auch wenn sich aktuell einige Unternehmen teilen - die Gründe dafür sind sehr unterschiedlich.

Das Schild des Metro-Konzerns, die Paypal-Zentrale und ein Energiekraftwerk von Eon.

Derzeit spalten sich viele Konzerne auf. Die Gründe dafür sind aber sehr unterschiedlich. 

Der Metro-Chef Olaf Koch will den Konzern in zwei Teile aufspalten. Großhandel und Lebensmittelgeschäft sollen ausgegliedert werden und künftig eigenständig agieren. Europas größte Elektrohandelskette Media-Saturn bildet den zweiten Teil der Spaltung. Die Konzernspitze hofft so, das Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Der Schritt, die beiden Unternehmensbereiche nun als eigenständig an der Börse notierte Firmen zu führen, kam zwar überraschend. Doch einzigartig ist er sicherlich nicht. Aktuell spalten viele Konzerne ihre Tätigkeitsfelder auf.

Aus einem Konzern zwei Unternehmen machen

Ob nun Ebay und Paypal oder deutsche Energieunternehmen, die erneuerbare Energie von der Kohle- und Atomenergiesparte trennen: Meldungen über die Trennung unterschiedlicher Geschäftsfelder reißen nicht ab. Die Gründe dafür unterscheiden sich aber stark.

So kündigte Ebay bereits 2014 an, den hauseigenen Bezahldienst Paypal eigenständig an die Börse zu bringen. Das gelang im vergangenen Jahr auch sehr erfolgreich. Das Problem: Paypal war längst nicht mehr ein kleines Anhängsel, sondern unternehmerisch so stark geworden, dass der Bezahldienst nun ohne Ebay durchstarten kann. Zwar verkraftete Ebay die Aufteilung zunächst gut, doch das vierte Quartal 2015 zeigte: Ebays Geschäftsmodell steht unter Druck, das Weihnachtsgeschäft verlief enttäuschend. Und Paypal? Der Dienst wächst und wächst. Nie nutzten mehr Kunden den Bezahldienst, Umsatz und Gewinne kennen nur einen Weg - steil nach oben.

Die Teilungstricks der Energiekonzerne

Auch die deutschen Energieunternehmen setzen auf den Teilungstrick. Allerdings aus ganz anderen Gründen, als es Metro oder Ebay getan haben. Denn die Stromkonzerne stehen wegen der Energiewende unter massivem Druck. Atom- und Kohleenergie sind politisch nicht mehr gewollt, das Geschäft mit den erneuerbaren Energien soll künftig das Haupttätigkeitsfeld werden. Die Konzerne Eon und RWE setzen dabei auf Teilung. Bei Eon soll der "grüne" Strom künftig Hauptgeschäft werden, die unliebsam gewordenen großen Kraftwerke sollen in der Tochtergesellschaft Uniper ausgelagert werden. Das Geschäft mit dem Atomstrom muss auf politischen Druck zwar bei Eon verbleiben, allerdings in der unabhängig geführten Tochter PreussenElektra. Bei RWE hat man die erneuerbaren Energien ausgelagert, der Mutterkonzern bleibt auf den Kraftwerken (Kohle, Gas, Atom) sitzen.

Ziel dieses Schachzugs ist es, sich stärker auf die erneuerbaren Energien zu fokussieren - und um die Haftung für den Rückbau der alten Atommeiler zu umgehen. Noch ist unklar, ob die Aufspaltung die Konzerne vor der Last möglicher Mehrkosten schützt. Die Regierung arbeitet an einem Gesetz, dass die Konzerne den Atomausstieg bezahlen müssen - und nicht der Steuerzahler. 

Mischkonzerne im Umbruch 

Auch Unternehmen wie Siemens haben schon Geschäftsfelder abgespalten. Die Lichttochter Osram wurde an die Börse gebracht, da sie nicht als Teil des Kerngeschäfts angesehen wurde. Ähnlich agiert auch Bayer. Die Tochter BMS, die Kunststoffe und Chemikalien produziert, soll Mitte 2016 an der Börse durchstarten. Somit gehen die großen Mischkonzerne neue Wege: Alle Bereiche, die nicht klar zum Kerngeschäft gehören, werden abgespalten oder verkauft. Auch die Deutsche Bank geht diesen Weg. Die Postbank soll 2016 (erneut) an die Börse gebracht werden. "Wir werden nicht mehr versuchen, alles für jeden zu sein", zitiert die Deutsche Presse Agentur den Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen.

Themen in diesem Artikel