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4,2 Prozent mehr im September: Wirtschaftsboom spült Milliarden in die Steuerkasse

Der stabile Arbeitsmarkt und höhere Firmengewinne lassen die Steuereinnahmen sprudeln. Bund und Länder verbuchten im September Mehreinnahmen von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dem deutschen Staat winken in diesem Jahr Rekordsteuereinnahmen. Im September verbuchten Bund und Länder ein Einnahmeplus von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Das geht aus dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervor. Der Zuwachs ist danach Folge der Lohnerhöhungen bei anhaltend guter Beschäftigungslage sowie der Wirtschaftslage und höherer Firmengewinne. Zu Buche schlägt zudem ein stärkerer Privatkonsum.

Für das Gesamtjahr zeichnet sich ein höherer Einnahmerekord ab als bisher erwartet. Zwischen Januar und September lag der Anstieg ohne reine Gemeindesteuern bei 5,6 Prozent - auf nunmehr 403,4 Milliarden Euro. Das Neun-Monats-Plus ist damit höher als der für das gesamte Jahr von den Steuerschätzern zuletzt erwartete Zuwachs von 4,0 Prozent. Die nächste Prognose erfolgt Ende Oktober.

Experten gehen inzwischen davon aus, dass Bund, Länder und Gemeinden in diesem Jahr erstmals mehr als 600 Milliarden Euro kassieren werden. Der Arbeitskreis "Steuerschätzung" dürfte seine Vorhersage erneut nach oben korrigieren. Die Steuerexperten von Bund, Ländern, Gemeinden, Bundesbank, Forschungsinstituten sowie Statistik-Amt tagen vom 29. bis 31. Oktober in Frankfurt/Main.

Konjunkturabkühlung im Schlussquartal erwartet

Für das Schlussquartal geht das Bundesfinanzministerium allerdings von einer Verschlechterung der Wirtschaftsdaten aus. Im Monatsbericht heißt es: "Im Schlussquartal 2012 dürfte es in Deutschland jedoch zu einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung kommen." Dämpfend wirke dabei vor allem die wirtschaftliche Schwäche in einigen Ländern des Euroraums.

Das Ministerium verwies auf die erst kürzlich vorgelegte Herbstprognose der Regierung, wonach von einer nur "moderaten gesamtwirtschaftlichen Aktivität" im bevorstehenden Winterhalbjahr ausgegangen werde. Im Verlauf des kommenden Jahres dürfte die deutsche Wirtschaft aber allmählich wieder an Schwung gewinnen. Für das laufende Jahr erwartet die Bundesregierung inzwischen ein Wachstum von 0,8 Prozent und für 2013 von 1,0 Prozent.

kng/DPA / DPA