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Deutscher Wirtschaftsaufschwung: "Ich rate zu Lohnerhöhungen"

Der fulminante Wirtschaftsaufschwung hat auch Gustav Horn überrascht. Im Interview mit stern.de erklärt der Ökonom, warum der Exportboom nicht mehr lange anhalten wird.

Herr Horn, die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal den stärksten Aufschwung seit 1987 erlebt. Haben die tollen Zahlen Sie überrascht?
Ja. Wir hatten schon ein starkes Quartal erwartet, sind aber von etwa einem Prozent Wachstum ausgegangen. Dass es jetzt mehr als doppelt so hoch ausfällt, ist sehr, sehr gut. Dementsprechend werden wir unsere Wachstumsprognose für dieses Jahr auch anheben: auf zweieinhalb bis drei Prozent.

Ist das ein nachhaltiger Aufschwung?
In diesem Tempo wird das Wachstum nicht weitergehen. Aktuell gibt es viele Nachholeffekte aus dem ersten Quartal. In dem extrem kalten Winter konnte beispielsweise in der Baubranche vieles nicht gemacht werden, was auf das zweite Quartal geschoben wurde. Aber grundsätzlich wird der Aufschwung in diesem Jahr anhalten.

Und nächstes Jahr?
Für 2011 bin ich etwas pessimistischer, weil dann die Konjunkturprogramme auslaufen und stattdessen die Sparprogramme greifen. Das wird Spuren hinterlassen.

Was sind die entscheidenden Faktoren für diesen Boom?
Der Export ist schier explodiert, das führt natürlich auch zu verstärkten Investitionen. Einen großen Beitrag haben auch die Konjunkturprogramme, die zu vielen Investitionen in der Baubranche geführt haben. Es liegt eine kombinierte Wirkung vor: von inländischer Konjunkturanregung und den globalen Programmen, von denen Deutschland über die Exporte profitiert.

Hat also die Politik in der Krise alles richtig gemacht?
Die Programme haben gut funktioniert. Die Abwrackprämie zum Beispiel war ein kurzfristiges Mittel, um die Zeit zu überbrücken, in der die Investitionspakete noch nicht wirken konnten. Und andere Maßnahmen wie die Kurzarbeit wirken heute immer noch. Das war der Funke, der zum Turnaround in der Wirtschaft geführt hat – in einem Ausmaß, das wir nicht erwartet hatten.

Was ist nun der Bundesregierung anzuraten, welche Fehler sollte sie vermeiden?
Sie sollte diesen Aufschwung sich voll entfalten lassen. Das ist jetzt ein Geschenk, das zur Lösung vieler Probleme zum Beispiel auf dem Arbeitsmarkt oder bei der Konsolidierung der öffentlichen Haushalte beitragen kann. Der größte Fehler wäre, den Aufschwung abzuwürgen, etwa durch ein Nachlegen beim Sparprogramm.

Halten Sie das Sparpaket in dieser Dimension angesichts der neuen Zahlen noch für gerechtfertigt?
Das sollte so weiterlaufen, ich würde daran erst einmal nicht mehr rütteln. Es ist für sich genommen nur eine geringe Belastung für die Konjunktur. Das Geld, das jetzt unerwartet in die öffentlichen Kassen fließt, muss wirklich zur Konsolidierung eingesetzt werden. Steuergeschenke wären jetzt grundfalsch.

Was bedeutet dieser Aufschwung für die kommenden Tarifrunden?
Wenn man den Aufschwung über einen längeren Zeitraum halten will, dann muss in Deutschland unbedingt die Binnennachfrage anspringen. Das wird nur mit deutlichen Gehaltssteigerungen gelingen, die den Menschen mehr Geld für Konsum lassen. Deswegen rate ich dringend zu leistungsgerechten Lohnerhöhungen.

In welcher Größenordnung sollten sie ausfallen?
Angebracht halte ich gesamtwirtschaftliche Steigerungen von rund drei Prozent. In dieser Phase muss die Umverteilung von unteren Einkommen zu oberen Einkommen ein Ende haben. Das hat unsere Binnennachfrage über Jahre stark belastet, was gefährlich ist. Wir dürfen nämlich auf Dauer nicht mehr mit diesen enormen Exportüberschüssen rechnen.

Sie meinen, auf den Welthandel ist künftig kein Verlass mehr?
Wir sollten da vorsichtig sein. Der Handel mit den Amerikanern schwächt sich zunehmend ab, auch immer mehr europäische Staaten fallen aus. Und die Chinesen verfolgen die gleiche Strategie wie wir.

Was sind weitere Gefahren für unsere Wirtschaft?
Ein Punkt sind die Rohstoffpreise: Wenn sie infolge des Booms explodieren, gerät unser Aufschwung schnell wieder in Gefahr. Ein anderer Punkt ist der Finanzsektor. Da kommt die Regulierung nur schrittweise voran, das Verhalten der Akteure hat sich noch nicht grundlegend geändert. Man kann derzeit leider immer noch nicht ausschließen, dass im Bankensektor Geschäfte gemacht werden, die die gesamte Stabilität gefährden.

Sönke Wiese
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(