Air Berlin Kartellamt droht mit Veto bei Condor-Übernahme


Die geplante Übernahme des Ferienfliegers Condor durch Air Berlin droht an einem Veto des Kartellamts zu scheitern. Behördensprecherin Silke Kaul sagte, das Kartellamt habe Air Berlin eine Frist bis Montag gesetzt, um Bedenken auszuräumen. Andernfalls werde das Amt das Vorhaben abmahnen.

Das Bundeskartellamt erhöht den Druck auf die Fluggesellschaft Air Berlin. Die Behörde habe der Fluggesellschaft eine Frist bis zum 14. Juli gesetzt, um die Bedenken gegen die geplante Übernahme des Ferienfliegers Condor auszuräumen, sagte eine Kartellamtssprecherin. Sollte dies nicht geschehen, werde das Kartellamt das Vorhaben abmahnen.

Air Berlin und die Condor-Muttergesellschaft Thomas Cook hatten im September vergangenen Jahres ihre Pläne für einen Zusammenschluss der beiden Fluggesellschaften bekanntgegeben. Air Berlin würde dadurch zu einer der größten europäischen Airlines aufsteigen. Im Gegenzug sollte Thomas Cook mit einem Anteil von knapp 30 Prozent zum Air-Berlin-Großaktionär werden.

Allerdings stieß der Zusammenschluss bei den Wettbewerbshütern auf Bedenken - vor allem, was das Gewicht des Anbieters auf den attraktiven Strecken in den Mittelmeerraum angeht. Air Berlin und Thomas Cook hatten dagegen geltend gemacht, dass eventuelle Wettbewerbsnachteile im Kurzstreckenbereich durch ein Mehr an Wettbewerb auf den Routen nach Asien wettgemacht würden.

Hier seien den Wettbewerbshütern allerdings angesichts der Ankündigung von Air Berlin, mehrere Langstrecken-Verbindungen wegen der Kostenexplosion beim Flugbenzin zu streichen, zunehmend Zweifel gekommen, sagte Kaul. Die Behörde habe den Betroffenen deshalb nun eine Frist bis Montag gesetzt, konstruktive Vorschläge vorzulegen, um die Bedenken der Behörde auszuräumen. Andernfalls drohe eine Abmahnung des Zusammenschlussvorhabens. Von Air Berlin, Thomas Cook und der Thomas-Cook-Muttergesellschaft Arcandor waren zunächst keine Stellungnahmen zu erhalten.

AP AP

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