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Produktpiraterie: Alibaba-Chef über China-Fakes: "Besser als die Originale"

Das chinesische Amazon-Pendant Alibaba hat mit Produktfälschungen zu kämpfen. Der Chef des Online-Riesen, Jack Ma, verteidigte sich nun mit einem Statement, das für Empörung sorgt.

Jack Ma

Alibaba-Chef Jack Ma hat Ärger mit Produktpiraterie

Jack Ma ist der Chef des größten Online-Kaufhauses der Welt. Sein chinesischer Alibaba-Konzern verkauft über Plattformen wie Tmall.com und Taobao mehr Waren als Amazon und Ebay zusammen. Allerdings tauchen auf den Alibaba-Plattformen auch immer wieder gefälschte Markenprodukte auf. Auf einer Investorenkonferenz äußerte sich Ma nun kontrovers zu dem Thema.

Die gute Qualität der Fälschungen mache es schwierig, sie zu entdecken und zu verbannen, sagte Ma laut dem Nachrichtendienst Bloomberg. Doch damit nicht genug. Ma verstieg sich zu der These, dass die nachgemachten Produkte sogar besser seien als die echten Markenartikel. "Das Problem ist, dass die Fake-Produkte heutzutage bessere Qualität haben und bessere Preise als die echten Produkte, die echten Marken", zitiert Bloomberg den Alibaba-Chef.

Schuld seien die neuen Geschäftsmodelle der Produzenten. Die gleichen Fabriken, die auch die Markenware herstellten, produzierten mit den gleichen Materialien, aber ohne Verwendung der Markennamen. Nach diesem Prinzip können beispielsweise Taschen entstehen, die aussehen wie Prada und auch Prada-Qualität haben, aber auf den Schriftzug verzichten und für einen Bruchteil des Preises angeboten werden.

Aussagen unangebracht

Mas Aussagen sorgten umgehend für Kritik. Für jemanden mit dem Status von Ma sei es "unangebracht" so etwas zu sagen, sagte der Direktor des China E-Commerce Research Center, Cao Lei. Zudem träfen die Aussagen nur in einigen wenigen Fällen zu und nicht generell.

Auch Ma dürfte sein Eigentor mittlerweile erkannt haben. Denn eigentlich wollte er mit seinen Aussagen nicht irgendwelche gefälschte Ware anpreisen, sondern betonen, mit welchem Einsatz seine Mitarbeiter gegen Fälschungen ankämpfen. Im Mai hatte die IACC, ein Zusammenschluss gegen Markenpiraterie, Alibaba die Mitgliedschaft aufgekündigt. Nun versucht das Unternehmen, Vertrauen bei den Markenherstellern zurückzugewinnen.

Angeblich arbeiten 2000 Mitarbeiter an dem Problem. "Wir können das Problem nicht zu 100 Prozent lösen, weil wir gegen den menschlichen Instinkt kämpfen", sagte Ma laut Bloomberg. Trotz allem sei Alibaba besser darin, Fälschungen zu bekämpfen, als jede Regierung oder andere Organisation auf der Welt.

bak