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Anteil von 40 Prozent angestrebt EU plant Gesetz für Frauenquote in Chefetagen


Brüssel macht Ernst mit der Frauenquote in Aufsichtsräten. Laut einem Zeitungsbericht will EU-Kommissarin Reding bis Oktober einen entsprechenden Gesetzesvorschlag vorlegen. Sie strebt einen Anteil von 40 Prozent an.

EU-Justizkommissarin Viviane Reding will einem Zeitungsbericht zufolge eine Frauenquote in Aufsichtsräten gesetzlich vorschreiben. Ein Richtlinienvorschlag solle dazu im Oktober vorgelegt werden, berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf Kreise, die mit den Vorgängen vertraut seien.

Demnach sollen im Jahr 2020 mindestens 40 Prozent der Aufsichtsratsposten börsennotierter Unternehmen mit Frauen besetzt sein. Derzeit schätze die Kommission die Folgen des geplanten Gesetzes ab.

Reding hat für den Sommer konkrete Vorschläge für eine EU-weite Frauenquote angekündigt. Eine dreimonatige öffentliche Anhörung dazu sollte Ende Mai ablaufen. Im März hatte Reding kritisiert, dass ihr Angebot einer freiwilligen Selbstverpflichtung an die Firmen unbefriedigend aufgenommen worden sei.

Schröder lehnt Pflichtquote ab

In den deutschen Dax-Unternehmen ist der Frauenanteil seit Anfang 2011 um mehr als ein Drittel gestiegen, wie die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Frankfurt mitteilte. Nach der PwC-Analyse sind aktuell 91 von 500 Aufsichtsratsmitgliedern oder 18,2 Prozent weiblich. Anfang 2011 habe die Quote noch bei 13,4 Prozent gelegen, berichtete PwC.

Geltendes Gesetz wird der EU-Vorschlag nur, falls EU-Länder und Europaparlament ihn verabschieden. Bundesfamilienministerin Kristina Schröder lehnt eine verpflichtende Quote ab. Sie setzt auf die "Flexiquote" und damit auf Freiwilligkeit.

kng/DPA DPA

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