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Arbeitsmarkt: Zahl der Arbeitslosen sinkt deutlich

Die Zahl der Arbeitslosen ist im September im Vergleich zum Vormonat überraschend deutlich gesunken. Die Arbeitslosenquote ging um 0,3 Prozentpunkte auf 8,0 Prozent zurück. Hauptgrund des Rückgangs: die saisonübliche Herbstbelebung.

Der Arbeitsmarkt trotzt weiterhin der Krise und überrascht zum Ende der Sommerpause mit einem überraschend starken Rückgang der Arbeitslosenzahlen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Zahl der Jobsuchenden im September um 125.000 auf 3,346 Millionen gesunken. Bereinigt um statistische Änderungen entspreche dies allerdings nur einem Rückgang von 102.000, räumte eine Sprecherin der Bundesagentur am Mittwoch ein. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Punkte auf 8 Prozent ab. "Die vielfach herbeibeschworene Katastrophe auf dem Arbeitsmarkt ist bisher ausgeblieben", kommentierte der scheidende Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) die Zahlen.

Erfreut zeigte sich auch BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise über die stabile Entwicklung am Arbeitsmarkt: "Das ist schon sehr ungewöhnlich, dass mitten in einer schweren Wirtschaftskrise eine Herbstbelebung stattfindet." Zugleich warnte er aber vor zu viel Optimismus: "Dies ist keine Trendwende." Die Auswirkungen der Krise blieben spürbar und dürften in den kommenden Monaten die Lage auf dem Arbeitsmarkt beeinträchtigen, prognostizierte Weise. "In diesem Herbst wird es noch ganz gut aussehen, dann wird's schlechter. Im Januar und Februar 2010 wird die Zahl der Arbeitslosen kräftig steigen."

Weise macht für die anhaltend gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt einen Mix vieler Faktoren verantwortlich. Neben dem massiven Einsatz der Kurzarbeit und dem Abbau von Zeitarbeitskonten habe auch die Flexibilität der Beschäftigten in vielen Betrieben Entlassungen verhindert. Auch die Bereitschaft von Mitarbeitern zu befristeten Lohnsenkungen habe Firmenchefs die Entscheidung leichter gemacht, zunächst auf einen Stellenabbau zu verzichten. Zudem sei die Vermittlung in den Arbeitsagenturen effektiver geworden.

BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker geht davon aus, dass viele Unternehmen in den nächsten Wochen vor wichtigen Weichenstellungen stehen. "Dann geht es um die Gretchenfrage, ob sie Kurzarbeit verlängern oder beenden. Aus den Arbeitsagenturen haben wir Signale, dass viele Unternehmen einen Arbeitsplatzabbau planen. Wir rechnen daher mit mehr Arbeitslosigkeit", sagte Becker.

DPA / DPA