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Besuch bei Merkel: Putin will freien Handel mit der EU

Kurz vor seinen Gesprächen mit der Bundeskanzlerin wirbt Russlands Ministerpräsident Putin für eine Freihandelszone von Portugal bis nach Sibirien. Dazu soll auch ein Ende des Visumzwangs gehören.

"Eine harmonische Wirtschaftsgemeinschaft von Lissabon bis Wladiwostok": So stellt sich Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin die Zukunft in Europa vor. Kurz vor seinem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Freitag plädierte er in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung" für eine Freihandelszone und eine gemeinsame Industriepolitik mit der Europäischen Union.

Man müsse überlegen, "wie wir eine neue Industrialisierungswoge über den europäischen Kontinent rollen lassen können", schrieb Putin. Sinnvoll seien strategische Allianzen von Unternehmen zum Beispiel im Schiffs-, Auto- und Flugzeugbau, bei Weltraumtechnologien, Medizin- und Pharmaindustrie, Atomkraft und Logistik. Versuche russischer Unternehmen, sich an EU-Unternehmen wie Opel zu beteiligen, waren bisher meist auf Widerstand gestoßen.

Visumzwang soll fallen

Auch in der Energieversorgung hält es Putin für sinnvoll, "Aktiva auszutauschen", also Firmen zu verflechten. Notwendig sei es, in allen Phasen der technologischen Wertschöpfungskette - von der Erkundung über die Förderung von Energieressourcen bis hin zu den Lieferungen an Endverbraucher - zusammenzuarbeiten. Zudem sollte es keinen Visumzwang mehr geben. Die Visafreiheit sollte nicht das Ende, sondern den Anfang einer echten Integration von Russland und der EU manifestieren, schrieb Putin.

Mit Merkel dürfte Putin allerdings zunächst auch über Pläne von Eon sprechen, beim russischen Gaskonzern Gazprom auszusteigen. Eon ist mit 3,5 Prozent Gazprom-Anteilen größter Auslandsinvestor bei dem Unternehmen.

fw/DPA / DPA