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Grenze nach Dänemark: Schwedische Familie schmuggelt Bier und verursacht Steuerschaden in Millionenhöhe

Eine schwedische Schmugglerfamilie hat Bier im großen Stil von Deutschland über die Grenze gebracht. Damit sind dem deutschen Fiskus Steuereinnahmen in Millionenhöhe entgangen. Nun hat der Zoll zugeschlagen.

Astra auf Paletten

Astra-Bier auf Paletten (Symbolbild).

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Schweden besteuert Alkohol extrem hoch - und diese Tatsache war wohl auch der Antrieb einer schwedischen Familie, Bier aus Deutschland nach Skandinavien zu schmuggeln. Wie der "Spiegel" in einer Vorabmeldung berichtet, soll die Familie, die aus Malmö stammt, über einen Zeitraum von zwei Jahren täglich sechs Paletten Bier von Deutschland nach Dänemark, Schweden und Norwegen gebracht haben.

Nun haben der Hamburger Zoll und schwedische Ermittler in dieser Woche die Abzocke aufgedeckt, die den deutschen Fiskus um Millionen Euro gebracht hat. Laut EU-Recht werden bei Alkoholika, die in ein anderes Land ausgeführt werden, Steuer im Land des Kaufes fällig - in diesem Fall also Deutschland. Doch die wurden nicht gezahlt. Die Schmuggler auf frischer Tat zu ertappen, sei quasi nicht möglich, berichtet der "Spiegel". Allein auf der Öresundbrücke, die Dänemark und Schweden verbinden, würden täglich 20.000 Fahrzeuge fahren. "Die können wir nicht alle kontrollieren", sagt Oscar Lindvall vom schwedischen Zoll. "Es wäre hilfreich, wenn Deutschland die Abgabemengen in den Shops begrenzen würde." 


Die Wohnung der Familie, die mit ihrem Kind hauptsächlich von Sozialhilfe und Betreuungsgeldern lebt, wurde am Dienstag durchsucht. Mehr als 450 Kartons mit Bier soll die Familie täglich über die Grenze geschafft haben. Gekauft wurden diese offenbar in sogenannten "Bordershops", also Grenzläden auf der Ostseeinsel Fehmarn. Dort dürfen Skandinavier unbegrenzt Alkohol kaufen, wenn sie ihn exportieren. Bei der Einfuhr des Alkohols gibt es auch keine Höchstgrenze, solange er für den persönlichen Bedarf bestimmt ist. 

Die hohen Preise für Alkohol in Skandinavien sorgen mancherorts für eine regelrechte Abstufung: Die Norweger besorgen sich ihren Alkohol in Schweden, weil er dort günstiger ist. Und die Schweden wiederum kaufen in Dänemark ein, denn dort ist es günstiger als in Schweden selbst. Und die Dänen fahren nach Deutschland. In der jährlich veröffentlichten Alkoholstatistik in Norwegen zeigt sich: Ein Drittel des Alkohols wird legal erworben, ein Drittel brennen die Skandinavier selbst - schwarz und unter der Hand versteht sich. Und das letzte Drittel stammt aus dem Schmuggel.

kg