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Bilanz: Porsche muss Milliardenverlust verkraften

Vor gut einem Jahr durfte Porsche noch einen Rekordgewinn verkünden. In der Bilanz zum abgelaufenen Geschäftsjahr steht aber ein Minus in Milliardenhöhe. Daran ist vor allem die gescheiterte VW-Übernahme schuld.

Porsche muss wegen der gescheiterten Übernahme von VW einen Milliardenverlust verkraften. Die Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE fuhr für das Ende Juli abgelaufenen Geschäftsjahr 2008/09 einen Vorsteuerverlust von 4,4 Milliarden Euro ein. Das teilte der Sportwagenbauer am Donnerstag nach einer Aufsichtsratssitzung mit.

An ihre Aktionäre wollen die Stuttgarter dennoch eine kleine Dividende zahlen. Porsche will einen erheblichen Betrag aus seinen Rücklagen entnehmen und so einen Bilanzgewinn von 8,23 Millionen Euro ausweisen. Vorstand und Aufsichtsrat schlagen vor, diese Summe komplett an die Aktionäre auszuschütten. Dies würde einer Dividende je Vorzugsaktie von 5 Cent und etwas weniger je Stammaktie bedeuten. Dem muss die Hauptversammlung Ende Januar noch zustimmen.

Katar Nutznießer der gescheiterten VW-Übernahme

Grund für den hohen Verlust ist die gescheiterte Übernahme des Volkswagen-Konzerns. Porsche hatte Optionen auf VW-Anteile gesichert. Nach langwierigem Gezerre wurde aber Porsche im August in den VW-Konzern eingegliedert, einen Großteil der Aktienoptionen trat der Sportwagenhersteller daraufhin an das Emirat Katar ab. Um die Optionen besser verkaufen zu können, hatte Porsche sie bilanziell abgewertet.

Im Geschäftsjahr 2007/08 hatte das Unternehmen auch dank der VW-Beteiligung noch einen Gewinn vor Steuern von 8,57 Milliarden und einen Überschuss von 6,39 Milliarden Euro erzielt.

DPA/Reuters / DPA / Reuters