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Bilanz-Präsentation: Bahn erzielt Rekordergebnis

Die Deutsche Bahn hat im Jahr 2006 vor Steuern 2,5 Milliarden Euro verdient - mehr als jemals zuvor. Nun dringt Bahn-Chef Mehdorn auf einen schnellen Börsengang. Erstmals wurde auch veröffentlicht, wie hoch Mehdorns Gehalt ist.

Die Deutsche Bahn AG hat 2006 mit einem Umsatz von 30,1 Milliarden und einem Vorsteuerergebnis von 2,5 Milliarden Euro ihre eigenen Erwartungen noch übertroffen. Vorstandschef Hartmut Mehdorn nahm das bei der Bilanzpressekonferenz am Donnerstag in Berlin zum Anlass, seinem Unternehmen erneut die Börsenreife zu bescheinigen. Für dieses Jahr erwartet Finanzvorstand Diethelm Sack eine weitere leichte Steigerung des Umsatzes, während das Ergebnis etwas schwächer ausfallen soll.

Der Umsatzsprung um 20 Prozent ist im wesentlichen den Akquisitionen des amerikanischen Logistikdienstleisters Bax und der chinesischen Firma Startrans zu danken. Aber auch ohne diese Sondereffekte wies Sack ein Plus von 7,7 Prozent aus. Sie resultieren aus dem Aufschwung, aus der Inbetriebnahme neuer Infrastruktur wie des Berliner Hauptbahnhofs und der Schnellstrecke Nürnberg-Ingolstadt. Aber auch die Fußball-Weltmeisterschaft und eine Verschiebung der Verkehrsleistungen zu Gunsten der Schiene trugen zu dem Plus bei.

Geld vom Bundesverwaltungsgericht

Nach Angaben der Bahn ging der Personenverkehr bei allen Verkehrsträgern insgesamt um ein Prozent zurück; bei der Bahn stieg er um drei Prozent auf 74,8 Milliarden Personenkilometer. Laut Sack schreiben inzwischen sowohl der Regionalverkehr als auch der Fernverkehr und die Schienengüter-Sparte Railion "stabil" schwarze Zahlen. Für die Infrastruktur-Unternehmen sprach Sack nur von "deutlichen Zuwächsen". Im Güterverkehr verzeichnete die Schiene ein Plus von zwölf Prozent. Die Bahn AG selbst erreichte ein Wachstum von 9,5 Prozent, ihre Wettbewerber, die bei den Gütern einen Marktanteil von etwa 17 Prozent haben, schafften ein Plus von 28 Prozent.

Knapp 300 Millionen Euro des EBITs sind einem Bundesverwaltungsgerichts-Urteil zu danken, das die Bezahlung bahnpolizeilicher Leistungen nicht der Bahn, wie zu rot-grünen Zeiten vorgesehen, sondern dem Staat auferlegt hatte. Ohne diese Sondereinnahmen und Buchgewinne hätte der Vorsteuergewinn bei 2,1 Milliarden gelegen, gegenüber 1,4 Milliarden im Jahr 2005.

Mehdorn verdient 3,18 Millionen Euro

Die Schulden der Bahn beliefen sich auf 19,6 Milliarden Euro netto. Das sind 83 Millionen weniger als im Vorjahr. Sack betonte, dass das bedeute, das die milliardenschwere Akquisition von Bax praktisch aus dem Cashflow habe bezahlt werden können. Mehdorns Gehalt stieg im vergangenen Jahr auf 3,18 Millionen Euro, wie aus dem zum ersten Mal veröffentlichten Vorstandsgehältern hervorgeht. Insgesamt verdienten die acht Vorstandsmitglieder 16,7 Millionen Euro, davon rund drei Viertel erfolgsabhängige Bezüge.

AP / AP