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BILDER DER WOCHE 25: Flotte Bienen, Spielzeug und ein reicher Mann

Billig-Textilien auf Expansionskurs, wütende Aktionäre und die übliche Standortsuche: Es war wieder einmal eine durchwachsene Woche.

Nach einer Reihe von Gewinnwarungen in dieser Woche und aufkommenden Sorgen über eine mögliche Rezession in Deutschland nach den jüngsten Daten zur Konjunktur hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Freitag über weite Strecken des Tages Kursverluste verbucht. Zum Handelsende hin drehte das Börsenbarometer dann allerdings ins Plus und verabschiedete sich mit einem Stand von 5941,77 Punkten oder einem Plus von 0,26 Prozent ins Wochenende.

Analysten sehen Rezessionsgefahr

Das viel beachtete deutsche Konjunkturbarometer, der Ifo-Geschäftsklima-Index, ist im Mai auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen und signalisiert damit Analysten zufolge Rezessionsgefahren für die größte Volkswirtschaft der Euro-Zone. »Auf Basis unserer Daten für die kommenden zwei bis drei Monate sieht es nicht so aus, als ob wir in diesem Zeitraum die Talsohle erreichen Glauben Sie an eine Rezession? Schreiben Sie es im Wirtschaftsforum... werden«, sagte der Ifo-Volkswirt Gernot Nerb am Freitag. An den Aktienmärkten lösten die unerwartet schwachen Daten Zinsfantasie und damit Kursgewinne aus. Händler erklärten, der Druck auf die EZB, die Zinsen zu senken, würde nun wieder zunehmen.

BASF: Ludwigshafen nicht von Schließungsplan betroffen

Der Standort Ludwigshafen bleibt nach Angaben des Chemiekonzerns BASF von den am Donnerstag angekündigten weltweiten Werksschließungen verschont. »Über bereits bekannte Maßnahmen hinaus wird der Standort Ludwigshafen nicht von den angekündigten Anlagenschließungen betroffen sein«, bestätigte ein BASF-Sprecher damit entsprechende Aussagen des Betriebsrats. Welche Standorte von den Maßnahmen berührt sind, wird BASF Schritt für Schritt bekanntgeben, hieß es. Die Konzernleitung steht mit den Arbeitnehmervertretern in einem ständigen Dialog.

Bayer-Kunststoffsparte spürt konjunkturellen Gegenwind

Die abflachende Weltkonjunktur und gestiegene Rohstoffpreise werden nach den Worten von Vorstand Werner Spinner das Ergebnis der Kunstoffsparte der Bayer AG beeinflussen. »Ich gehe davon aus, das es sehr schwierig wird, die Ziele zu erreichen, die wir uns gesetzt haben«, sagte Spinner am Freitag in Düsseldorf. Die Sparte trug 2000 mit gut einem Drittel zum Konzernumsatz von 31 Milliarden Euro bei. Aussagen zur angekündigten Bayer-Gewinnprognose machte Spinner nicht. 2001 wird der Konzern 1,7 Milliarden Euro in das Kunststoffgeschäft investieren, bei dem eine Reihe von Forschungsprojekten auf ihre Realisierung warten. Um die Margen zu verbessern, sollen pro Jahr Kosten von 300 Millionen gespart werden, sagte der Bayer-Vorstand. Die Aktie der Bayer gab am Freitag 2,1 Prozent auf 43,10 Euro nach.

Euro nahe Tageshoch bei Handel in engen Spannen

Der Kurs des Euro ist am Freitagnachmittag bei einem Handel in engen Spannen auf ein Tageshoch von gut 85,70 US-Cent geklettert. Händler begründeten die leichte Erholung gegenüber dem Tagestief vom Vormittag einerseits mit technischen Faktoren und andererseits mit »für einen Freitag typischen Platzstellungen«. »Der Handel ist relativ tot. Wir haben eine Woche hinter uns, in der der Markt eingeschlafen ist«, sagte ein Händler.

Müller: Unabhängigkeit der Commerzbank noch offen

Die Commerzbank könnte nach den Worten ihres Vorstandssprechers Klaus-Peter Müller ihre Unabhängigkeit verlieren, wenn sie nicht profitabel genug ist. »Ob wir unabhängig bleiben, ist noch offen«, so Müller in einem Interview mit dem »manager magazin«. weiters erklärte er, dass nur wer genug Geld erwirtschaftet, um seine Zukunftsinvestitionen zu finanzieren, auch einen Anspruch darauf hat, unabhängig zu bleiben. Die Bank gilt schon seit geraumer Zeit als Übernahmekandidat. Dem Magazin zufolge sind Fusionsgespräche der Commerzbank mit der HypoVereinsbank in der vergangenen Jahren bereits zweimal gescheitert.

Türkei macht gute Fortschritte bei Reformen

Die Türkei macht nach Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) gute Fortschritte bei ihren Finanz- und Wirtschaftsreformen. »Das Programm läuft, und es sind gute Fortschritte gemacht worden«, sagte IWF-Sprecher Tom Dawson in Washington. Zwar ist die Türkei leicht von den Reformvorgaben des IWF abgewichen, diese Änderungen sind aber an anderer Stelle wieder ausgeglichen worden. Auf die Frage, wann der IWF das nächste Mal über Kredite für die Türkei beraten wird, sagte Dawson, es gäbe noch keinen Termin, Beratungen darüber stünden aber nächste oder Anfang übernächster Woche an. IWF und Weltbank haben der Türkei Kredite in Milliardenhöhe zugesagt, wenn das Land bestimmte Reformauflagen der beiden Institutionen erfüllt.

Liechtenstein nicht länger Geldwäsche-Paradies

Die von den grossen Industriestaaten zur Bekämpfung der Geldwäsche eingesetzte Financial Action Task Force (FATF) hat am Freitag das Fürstentum Liechtenstein sowie Cayman Islands, die Bahamas und Panama von ihrer schwarzen Liste gestrichen. Die FATF, die bei der Pariser Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) angesiedelt ist, hatte das Fürstentum im Juni 2000 zusammen mit 14 anderen Staaten auf eine Liste mit Ländern gesetzt, die nicht entschieden genug gegen Geldwäsche vorgehen.