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Billigflieger: Ryanair übernimmt Konkurrenten Buzz

Die irische Billigfluglinie Ryanair will ihren kleineren Konkurrenten Buzz für rund 24 Millionen Euro von der niederländischen KLM übernehmen.

Ein Zusammengehen der beiden Gesellschaften würde die Konsolidierung auf dem europäischen Markt für günstige Fluganbieter weiter vorantreiben. Ryanair kündigte am Freitag an, dass der Flugverkehr von Buzz im laufenden Jahr mehr als verdoppelt werden soll. Damit wollen die Iren die defizitäre KLM-Tochter in die Gewinnzone bringen. Buzz fliegt derzeit 21 Routen von dem nahe London liegenden Flughafen Stansted aus an. In Deutschland bietet Buzz bisher Verbindungen zwischen Stansted und Frankfurt/Rhein-Main, Berlin/Schönefeld sowie Düsseldorf an.

Da Buzz nach

Ryanair-Angaben über Barmittel von 19 Millionen Euro verfügt, beziffern die Iren den effektiven Kaufpreis auf lediglich fünf Millionen Euro. Diese will Ryanair innerhalb eines Jahres wieder hereinholen, erklärte Firmenchef Michael O’Leary. Auch Branchenexperten sprachen von einem günstigen Geschäft für die Iren. "Auf den ersten Blick sieht es so aus, als hätte Ryanair Buzz zu einem ausgezeichneten Preis erworben", sagte ein Analyst.

Für KLM hat die Transaktion nach eigenen Angaben einen Wert von annähernd 30 Millionen Euro. Zusätzlich zum Kaufpreis von 23,9 Millionen Euro sollen die Niederländer nämlich Start- und Landerechte sowie andere Vermögenswerte bekommen. KLM erklärte sich zugleich bereit, von Buzz bis März 2004 die verbleibenden Maschinen vom Typ BAe-146 zurückzunehmen, die Ryanair mit Flugzeugen des Modells Boeing 737 ersetzen will. Im Oktober hatte KLM noch mitgeteilt, Buzz im Wettbewerb stärken und dazu eine zusätzliche kontinentaleuropäische Basis einrichten zu wollen.

Einen Zeitungsbericht,

wonach Ryanair auch eine Übernahme der staatlichen irischen Fluggesellschaft Aer Lingus erwägt, wollte das Unternehmen nicht kommentieren. Unter Berufung auf informierte Kreise hatte die "Irish Times" berichtet, Ryanair-Chairman David Bonderman habe über seine Kontakte zum Verkehrsministerium einen möglichen Erwerb von Aer Lingus sondiert. Bondermans Büro war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.