Börsen Wall Street reißt auch Nikkei in die Tiefe


Schlechte Vorgaben von der Wall Street und die Angst vor einer weltweiten Wirtschaftskrise haben die Aktienkurse in Asien erneut auf Talfahrt geschickt. Der japanische Nikkei-Index rauschte zeitweise sieben Prozentpunkte ins Minus. Die Börsianer fürchten inzwischen schlechte Unternehmensergebnisse mehr als die Bankenkrise.

Nach den Kurseinbrüchen in den USA sind auch die Aktienbörsen in Asien am Donnerstag der Wall Street in den Keller gefolgt. Die größten Einbußen gab es in Südkorea mit mehr als 8 Prozent. Der asiatische Leitindex Nikkei verlor in Tokio 6,4 Prozent auf 8.120 Punkte und lag im frühen Handel sogar mit etwa 7 Prozent im Minus. In Hongkong rutschte der Hang Seng um 5,7 Prozent nach unten. Abwärts ging es auch an den Börsen in Australien und Neuseeland. Vor allem Sorgen vor einer weltweiten Rezession lasteten auf den Märkten.

Die schlechten Vorgaben für die asiatischen Händler kamen aus den USA, wo der Dow-Jones-Index mit den 30 wichtigsten Titeln am Mittwoch um 5,69 Prozent auf 8.519,21 Punkte gesunken war. Der breiter gefasste S&P 500 verlor sogar 6,1 Prozent und schloss auf dem niedrigsten Stand seit April 2003.

Auch Dax startet schwächer

Auch der deutsche Aktienmarkt startete mit Kursverlusten in den Tag. In den ersten Handelsminuten sank der Dax um 1,3 Prozent auf 4511 Prozent, nachdem er am Vorabend bereits 4,5 Prozent niedriger geschlossen hatte.

Die am Morgen veröffentlichten Geschäftszahlen mehrerer deutscher Unternehmen wurden jedoch zumeist positiv aufgenommen: Die im M-Dax notierten Aktien der Baumarktkette Praktiker stiegen nach Veröffentlichung des Quartalsergebnisses um elf Prozent, MTU zogen um über drei Prozent an.

Analysten zufolge bereitet die Bankenkrise den Börsianern inzwischen weniger Sorgen als schlechte Unternehmensergebnisse. Wie stark die Konjunktur die Wirtschaft belastet, lässt sich von schlechten Ergebnissen in fast vielen Branchen ablesen. Am Mittwoch etwa gab es enttäuschende Zahlen von der kurz vor dem Verkauf stehenden Bank Wachovia, die einen Quartalsverlust von knapp 24 Milliarden Dollar (18,7 Milliarden Euro) vorlegte. Aber auch schlechte Bilanzen vom Flugzeugbauer Boeing und dem Pharmahersteller Merck & Co trübten die Stimmung. Ein Lichtblick für Börsianer war McDonald's. Der Fast-Food-Konzern kann von wirtschaftlich schlechten Zeiten profitieren, weil sich dann seine Sparmenüs besonders gut verkaufen.

Der Ausverkauf an der Wall Street begann im September nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers. Die Märkte erholten sich etwas in der vergangenen Woche, die der Dow Jones mit einem Plus von 4,75 Prozent abschloss. Doch dieser Gewinn wurde allein am Mittwoch aufgezehrt.

AP/Reuters AP Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker