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Hilfe für Hurrikan-Geschädigte: Brauereien schicken "Harvey"-Opfern 200.000 Dosen - aber kein Bier

Aus verschiedenen US-Brauereien sind derzeit Lastwagen voller Getränkedosen unterwegs nach Texas. Sie enthalten allerdings keinen Alkohol, sondern Trinkwasser. Die Aktion ist nicht neu, sondern Teil diverser Hilfsprogramme der Bierriesen.

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Die Brauerei-Konzerne Anheuser-Busch und und Miller-Coors haben unabhängig voneinander insgesamt rund 200.000 Dosen mit sauberem Trinkwasser auf den Weg nach Texas gebracht. Dort sollen sie für die Opfer von Hurrikan "Harvey" bereitgestellt werden, der mit Starkregenfällen seit Freitag für heftige Überflutungen in dem US-Bundesstaat sorgt. Das teilten beide Unternehmen auf ihren Webseiten mit. 

Das Wasser stammt aus verschiedenen Standorten, unter anderem der Anheuser-Busch- in Cartersville, Georgia. Die Dosen werden nun nach Baton Rouge in Louisiana und ins texanische Granbury gebracht. In ein paar Tagen sollen die Trucks dort eintreffen. Vor Ort übernimmt das amerikanische Rote Kreuz die Verteilung an die betroffenen Einwohner. Die Helfer haben etliche Notunterkünfte eingerichtet, um durch Harvey obdachlos gewordene Menschen aufzunehmen und zu versorgen.

"Unsere Stärken in Produktion und Logistik einzusetzen, um sicheres, sauberes bereitzustellen, ist die beste Art, auf die wir in diesen Situationen helfen können", so Anheuser-Busch-Manager Bill Bradley.

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Zehntausende solcher Trinkwasserdosen sind derzeit unterwegs nach Texas, um an die Opfer von Hurrikan Harvey verteilt zu werden.

Mehr als 76 Millionen Trinkwasser-Dosen seit 1988

Verschiedene Medien hatten berichtet, dass die Firmen ihre Bierproduktion extra für das Abfüllen des Wassers unterbrochen hätten. Laut Anheuser-Busch standen die Dosen jedoch bereits im Vorfeld bereit. Wie die dort beschäftigte Braumeisterin Sarah Schilling auf Anfrage mitteilte, unterbricht die Brauerei in Cartersville etwa die Produktion mehrmals pro Jahr, um Trinkwasser abzufüllen und einzulagern. Dann sei das Wasser sofort verfügbar, wenn es gebraucht werde, so Schilling. Miller-Coors verfährt laut ihrem Unternehmensblog ähnlich.


Dass die Brauereien Trinkwasser in Katastrophengebiete liefern ist nicht neu, sondern Teil von Hilfsprogrammen, die in den Unternehmen unterhalten werden. Anheuser-Busch hat nach eigenen Angaben seit 1988 mehr als 76 Millionen Dosen Trinkwasser in Krisengebiete geschickt, unter anderem auch 2016, als Hurrikan Matthew in mehreren US-Bundesstaaten für Verwüstungen sorgte.