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1,99 Euro für 250 Gramm: Preisexplosion - deshalb wird Butter zum gelben Gold

Die Preise für Butter sind auf einem Rekordhoch. Fast zwei Euro zahlen Kunden derzeit für ein Päckchen beim Discounter - Markenbutter ist sogar noch teurer. Wie konnte das in so kurzer Zeit passieren?

Butter kostet Rekordpreis

Butter kostet Rekordpreis

Im Sommer schrillten bereits die Alarmglocken: Anfang Juni lag der Butterpreis pro 250-Gramm-Päckchen bereits bei 1,49 Euro. Damit hatte sich der Preis innerhalb eines Jahres verdoppelt. Doch diese Preise kletterten weiter: Inzwischen müssen Kunden knapp zwei Euro beim Discounter für zahlen. Ein Ende des Preisanstiegs ist aber weiterhin nicht in Sicht.

Die Gründe für die Preisexplosion sind vielfältig. Ursprung ist wohl die Milchkrise der Bauern im vergangenen Jahr. Nachdem die EU die feste Quote für die Milchproduktion aufgehoben hatte, purzelten die Preise durch eine Überproduktion. 70 Cent kostete damals Butter. Der drastische Preisverfall von zwang die Bauern dazu, ihre Produktion zurückzufahren - oder auf Bio-Qualität umzusatteln. Das Angebot wurde knapper. 

Weniger Milch, weniger Butter

Und dieser Effekt wurde noch verstärkt. Das kalte Frühjahr sorgte dafür, dass weniger Milch gaben. Darüber hinaus waren die Bauern aufgrund der niedrigen Preise dazu gezwungen, den Kühen anderes Futter vorzusetzen. Ist das Futter minderwertiger, bilden die Kühe weniger Milchfett. Und somit kann weniger Butter produziert werden.

Verbrauch von Butter hat zugenommen

Weniger Angebot - aber hohe Nachfrage. Das war nicht immer so. Vor einigen Jahren war Butter in Verruf geraten. Tierische Fette wurden gemieden. Das hat sich geändert. "Der Verbrauch von Sahne, Butter und Co. als Geschmacksträger hat deutlich zugenommen in den letzten Jahren", sagt Björn Börgermann vom Milchindustrie-Verband. Zudem nutze die weiterverarbeitende Industrie lieber tierisches , also Milchfett, als pflanzliches Fett in ihren Rezepturen.

Ein wichtiger Grund ist also ein verändertes Konsumverhalten: "Viele Verbraucher kehren zurück zu mehr Genuss, da ist Fett ein wichtiger Faktor", meint auch AMI-Milchmarktexperte Andreas Gorn. Das zeigt sich auch daran, dass etwa die Käseproduktion, für die viel Fett notwendig ist, zuletzt ebenfalls kontinuierlich gestiegen ist.

In China boomt Butter

Doch es ist nicht nur allein der Appetit von deutschen Verbrauchern und der Industrie auf Milch. Auch die Chinesen befeuern diesen Trend. Zwischen 2014 und 2016 hat sich die Importmenge an Butter ins Reich der Mitte laut der Zentralen-Milchmarkt-Berichterstattung fast verdoppelt. Deutschland versorgt sich nicht nur selbst mit Butter, sondern exportiert auch. "Das Angebot reicht derzeit nicht aus, um die Nachfrage zu bedienen", sagt Gorn der Deutschen Presse-Agentur. 

Ein Ende des Preisanstiegs ist erstmal nicht in Sicht. "Dass es bei der Butter bis zum Jahresende deutlich günstiger wird, sehe ich nicht", sagt Gorn. Und beim Rohstoff Milch steht voraussichtlich zum 1. November der nächste Preisaufschlag an. Trinkmilch, Quark und Joghurt - die "weiße Linie" - werden zwei Mal im Jahr verhandelt, im Mai und im November, während die Butterpreise sich monatlich verändern können. Auch die Milchpreise sind seit Mitte des vergangenen Jahres deutlich gestiegen.

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Butter  Das tierische Streichfett gilt als Dickmacher. Doch in Butter stecken kaum mehr Kalorien als in pflanzlichen Fetten. Außerdem enthält sie von Natur aus Vitamin D, das im Körper wichtige Funktionen erfüllt. Margarine muss der Stoff künstlich zugesetzt werden.

Butter

Das tierische Streichfett gilt als Dickmacher. Doch in Butter stecken kaum mehr Kalorien als in pflanzlichen Fetten. Außerdem enthält sie von Natur aus Vitamin D, das im Körper wichtige Funktionen erfüllt. Margarine muss der Stoff künstlich zugesetzt werden.

kg mit Agentur

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