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Daimler: Scheichs beglücken Investoren

Neuer Großaktionär bei Daimler: Das Emirat Abu Dhabi investiert in den Stuttgarter Autobauer, der damit einen zweiten großen arabischen Anteilseigner hat. Die Börse ist begeistert, der Kurs der Daimler-Aktie zog deutlich an.

Der von der Absatzkrise gebeutelte Autobauer Daimler hat sich ein zweites Emirat als Großaktionär ins Haus geholt. Mit 9,1 Prozent steigt Abu Dhabi zum wichtigsten Anteilseigner auf. Der Einstieg wird über die Ausgabe neuer Aktien vollzogen und beschert Daimler Einnahmen von 1,95 Milliarden Euro in, wie der Konzern am Sonntag in Stuttgart mitteilte. Der Anteil Kuwaits, bislang größter Aktionär, fällt auf 6,9 Prozent.

Die Araber bekommen die Papiere mit Paketabschlag: Die staatlich kontrollierte Investmentgesellschaft Aabar zahlt 20,27 Euro pro Daimler-Aktie. Am Freitag hatten die Papiere bei 21,34 Euro geschlossen. Zum Börsenstart am Montag zog der Kurs dann um 3,2 Prozent auf rund 22 Euro an. Der Aufsichtsrat hatte der notwendigen Kapitalerhöhung - das Grundkapital wird um zehn Prozent aufgestockt - am Sonntag zugestimmt.

Der Chef der Investmentgesellschaft Aabar, Khadem Al Qubaisi, erklärte, auch eine Erhöhung des Anteils müsse später noch untersucht werden. Zurzeit sei man aber mit 9,1 Prozent zufrieden. Einen Sitz im Daimler Aufsichtsrat strebe er vorerst nicht an.

"Wir freuen uns sehr, in Aabar einen neuen Großaktionär begrüßen zu können, der unsere Unternehmensstrategie unterstützt und mit uns gemeinsam strategische Projekte auf den Weg bringt", sagte Daimler-Chef Dieter Zetsche. Auch die Bundesregierung begrüßte das Engagement der arabischen Investmentgesellschaft, Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sprach von einem positiven Signal. "Mit der Investition werden auch die langfristigen Wachstumschancen und die Leistungsstärke der Branche in Deutschland anerkannt", sagte er.

Über einen Einstieg von Abu Dhabi war bereits seit Monaten spekuliert worden. Daimler will mit seinem neuen Großaktionär nun auch im Tagesgeschäft zusammenarbeiten: Gemeinsam soll die Entwicklung von Elektroautos sowie von Verbundwerkstoffen vorangetrieben werden. In Abu Dhabi selbst sollen junge Leute für die Autoindustrie ausgebildet werden. In der Partnerschaft ist ausdrücklich festgeschrieben, dass eine Ausbildungsstätte in Abu Dhabi gegründet wird für "junge Talente, die eine Position in der Automobilindustrie anstreben". Finanziert werden soll dies nicht zuletzt mit dem Milliardenerlös der Kapitalerhöhung.

"Ikone mit Spitzenleistungen"

"Daimler ist eine Marken-Ikone und ein finanziell starkes Unternehmen, das weltweit für Spitzenleistungen bekannt ist", begründete Aabar-Chef Khadem Al Qubaisi das Engagement. Großaktionär Kuwait ist seit 1974 im Unternehmen engagiert. Zuletzt hatte es auch hier Spekulationen gegeben, das Emirat könne seinen Anteil ausbauen.

Wie andere Automobilhersteller auch, stehen die Stuttgarter vor einem schweren Jahr und kalkulieren mit weniger Verkäufen und dadurch auch weniger Gewinn. Für das erste Quartal hat Zetsche sogar einen operativen Verlust angekündigt. In den ersten zwei Monaten des Jahres war der Pkw-Absatz um über ein Viertel zurückgegangen. Die Lkw-Sparte bereitet sich gar auf ein Absatzminus von bis zu 50 Prozent vor.

Weitere Details zum Einstieg der von Abu Dhabi kontrollierten Investmentgesellschaft Aabar will Daimler an diesem Montag bei einer Pressekonferenz in Stuttgart mitteilen. Daran sollen Zetsche und der Aabar-Vorsitzende Khadem Al Qubaisi teilnehmen, hieß es am Sonntagabend in Stuttgart.

DPA / DPA